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4.41m, Kreis- und Oberamtsstadt, und eine der sogenanntenguten Städte des Königreichs Würtcmberg mit 15,173 Ein-wohnern, liegt auf dem linken Ufer der Donau, welche hartan der Stadtmauer vorbeistießt. Die Stadt selber wird vonder Blau bewässert, welche alle Mühlen und Werke in der-selben treibt und ihrem Gewerbe überhaupt sehr förderlich ist.Ueber letztere führen innerhalb der Stadt 3 steinerne und 2hölzerne Brücken nebst 4 Fußstegen. Die Hauptbrücke aber istdie neue Donau brücke, welche erst 1832, auf gemeinschaft-liche Kosten von Würtemberg und Baicrn, vollendet wurde,und aus 3 Bogen besteht, wovon jeder 60 Fuß weit ist. DieBrücke selbst ist 230 Fuß lang und 36'/- breit und zeichnetsich besonders durch Solidität aus. Sie steht auf derselbenStelle, auf der schon 1140 eine hölzerne Brücke angelegt und1570 eine steinerne erbaut worden war, welche letztere alsschadhaft 1827 und 1828 abgebrochen wurde, um der jetzigenPlatz zu machen.
Die Stadt hat eine eiförmige Gestalt; ihre Lage ist ziem-lich eben, doch erhebt sie sich gegen die Mitte und senkt sichbesonders stark gegen die Donau. Vor 1802 halte Ulm be-trächtliche Festungswerke; jetzt ist es nur noch mit Mauernund Graben umgeben, und hat, außer einem sogenannten Ein-laß (d. i. eine kleine Pforte, die 1480 in die Stadtmauergemacht worden, und durch welche, so lange Ulm eine Festungwar, die Fremden bei Nacht eingelassen werden konnten; siedient gegenwärtig nur bei Tag den Schiffsleuten zur Ueberfahrtauf ihren am jenseitigen Ufer der Donau gelegenen Schiffs-Zimmerplatz) 5 Thore: das Donau- oder Heerdbrücker-(Herbel-) Thor an der Donaubrücke gegen Günzburg,Memmiugen; das Göcklinger - Thor auf der westlichenSeite, durch welches die Straße nach Ehingen und über Göck-lingen nach Biberach und nach Leutkirch führen; das Neue-Thor (urkundlich schon 1357 vorkommend) gegen Blaubeurcn;das Franenthor (so genannt von der alten Pfarrkirche zuU. L. F., die vor demselben stand) gegen Stuttgart und gegenNürnberg; das Gänsthor am östlichen Ende der Stadt,früher das Griesthor (von Gries, Sand) genannt, mir einemsehr hohen Thurme, der mehrmals, zuletzt 1823, neu herge-stellt worden ist, nachdem er am 25. September 1796 bei dem
Rückzüge des Generals Morcau, als die Stadt von denOesterreichern beschossen worden, mit vielen anderen Gebäudenabgebrannt war.
Das Aussehen der Stadt ist gut, obgleich ihre Anlage,wie bei allen älteren Städten, unregelmäßig ist, die Straßenmeistens eng und die .Häuser im Allgemeinen nicht von ausge-zeichneter Beschaffenheit sind. Die Häuser sind größtentheilsvon Holz gebaut, mit hohen Giebeldächern. Eine regelmäßigeEintheilung war noch vor 30 Jahren selten in denselben zufinden. Einen großen Theil nahm der Vorranm, hier Laubegenannt, ein, der mit geröthetm Ziegelplatten belegt undnicht selten mit guten Gemälden ausgestattet war. Häufigsieht man 'auch noch Erker und vorstehende Fenster, Gncken-häuslein, und nicht selten auch sogenannte Gnckenhütlcin, einfür die Aussicht auf dem Dachgrate angebrachtes Gemach.Die bedeutendste und regelmäßigste Straße ist die Frauengasse;im Ganze» zählt die Stadt 92 Gassen.
Von den Gebäuden der Stadt nennen wir vor Allen dasMünster, die Haupt- und erste Pfarrkirche und eines dervollkommensten Denkmäler altdeutscher Baukunst. Es stehtmitten in der Stadt, auf einem rundum freien mit Lindenbesetzten Platze, und fällt durch seine ansehnliche Höhe undGröße schon in weiter Ferne ins Auge. Die Länge der Kirchebeträgt einschließlich des Chors nach Innen 416, nach Außen485 Fuß, ihre Breite nach Innen 166, nach Außen 200 Fuß,die iiincre Höhe 141 und die des Chors 90 Fuß; sie ist somitdie größte und höchste in Deutschland. In die Kirche führen6 Eingänge, sämmtlich, vorzüglich aber das herrliche Hanpt-portal unter dem Thurme, mit bewundernswerthen Kunstar-bciten geziert.
Das Innere der Kirche ist bei allem Umfange leichtund hell. Das Schiff theilt sich in drei ans Säulen ruhendeGewölbe, wovon das mittlere das höchste ist. Der schöneCbor, welcher eine Tiefe von 100 Fuß bat, zeichnet sich ins-besondere durch treffliche Glasmalereien ans, welche das Feier-liche, Erhebende und Heilige des Tempels nicht wenig verstär-ken. Ans beiden Seiten des Chors, im Grundstock von zweiThürmen, welche sich hier erheben sollten, schließen sich zweiKapellen an: die Neidhardtische Kapelle, von Heinrich Neid-