nichts zu wünschen übrig; ebensowenig in Hinsicht uns Dccora- ltion des Innern, welche erst im Jabr 1839 uns das ge- ^schmackvollste restaurirt wurde; der Rcichtbnm der Garderobeund Decorationeu ist ausgezeichnet zn nennen; die Bübne selbstkann nötbigeufalls um das Doppelte der gewöhnlichen Größeverlängert werden).
Die noch übrigen öffentlichen Plätze sind: der von an-sehnlichen Privatgcbäuden umgebene Ludwigsplatz, wel-cher durch die Ludwigsstraße mit dem Marktplatz in Ver-bindung steht und der Ballonpatz, an welchem die 1829neu aufgeführte stattliche Jnfanterie-Caserne liegt.
Von den übrigen Gebäuden der Stadt, welche nicht ge-rade an freien Plätzen liegen, haben wir hauptsächlich nochfolgende zu erwähnen:
Die Stadtkirche aus der ersten Hälfte des 15. Jahr-hunderts, mit einzelnen späteren Anbauten aus dem 17., schmuck-los im Acußern und im Innern und einer Residenz, wie Darm-stadt, keineswegs würdig. Im Chor befinden sich unter anderndie steinernen Bildnisse der Landgrafen Georg 1. und Ludwig V.und ihrer Gemahlinnen, und unter demselben das alte fürst-liche Begräbuißgewölbe; die von der Landgräfin ElisabethDorothee angelegte neue Familiengruft befindet sich im östlichenTheile der Kirche. Der Kirche ist ein 200 Fuß hoher Thurmangebaut, welcher in eine mit 4 Eckthürmchen geschmacklos ver-sehene Spitze endigt und drohenden Verfalls halber in derMitte mit eisernem Reife geschützt werden mußte.
Die Freimaurerloge, welche 1816 mit einem vonsechs jonischcn Säulen getragenen Portale aufgeführt und auchim Innern auf eine der Schönheit des Aeußeren entsprechendeWeise ausgestattet wurde. Zwei Sphynre, von Trauerweidenbeschattet, liegen am Eingange in die gartenähnliche Anlage,welche das Ganze umgiebt.
Das schöne und geräumige Gesellschaftsbaus, Ge-bäude der vereinigten Gesellschaft in der Nähe desRheinthors, worin vorzüglich der prachtvolle Saal und einegelungene Statue der Hebe von dem leider zu früh verstorbe-neu Künstler Harrcs bemerkt zu werden verdienen.
Das Palais Sr. Hoheit des Prinzen Karl, welches,aufdem Gebiete des ganz nahen Dorfes Bessungen, 1835 und 1836von Moller einfach aber geschmackvoll im italienischen Style ge-baut und in seinem heiteren Anstrich ein weithin leuchtender Glanz-punkt der neuesten Stadtanlage ist. Zur Rechten und Linken be-gränzen es eine Reihe eleganter neuer Wohngebäude — die soge-nannte Wilhelminenstraße —, und vor derselben breiten sichgeschmackvolle Gartenanlagen aus, über welche man eine schöneFernsicht nach dem Gebirg und dem in gerader Richtung nur2 Stunden entfernten Rheine genießt.
Nicht wenig zur Verschönerung der Stadt tragen auch,außer der sogenannten Promenade um einen Theil der neuenStadtanlagc, die öffentlichen Gärten bei, welche theilsganz nabe, tbeils nur in einiger Entfernung von derselben liegen.
Der größte und schönste derselben ist wohl der jederzeit zumBesuch geöffnete sogenannte Herrngarten (auch Bosquetgenannt) mit englischen Anlagen und einzelnen wabrhaft ro-mantischen Parthien. Schon von Landgraf Ludwig VI. 1674angelegt, wurde derselbe jedoch erst unter Großherzog Ludewig I.verschönert und vergrößert. Besonders sehenswcrth ist dasin dem Garten befindliche Monument, welches Fricderich derGroße der Landgräfin Henriette Christine Karoline, der Mut-ter Ludewig I., mit der Aufschrift: komiim 5«xu, in^enio virerrichten ließ. In der nördlichen Hälfte des Gartens befindet'sich der botanische Garten; auch gränzen an denselben einherrschaftlicher Obst- und Gemüsegarten und eine schön einge-richtete Meierei.
Zunächst dem Herrngarten liegt der Erbgroßherzogli-che (früher Landgraf Cbristian'sche) Garten, gleichfallsin englischer Manier höchst geschmackvoll angelegt, mit einemschönen Landhause, welches eine herrliche Fernsicht nach dem Oden-wald?, der Bergstraße, dem Rheine und Taunusgcbirge darbietet.
Unweit diesem befindet sich die sogenannte Nosenhöhe,eine kleinere, aber sehr reizende Anlage in englischem Ge-schmacke, mit einem schönen Landhause und weiter Aussicht.Nahe dabei ist die in griechischem Style erbaute Begräbniß-capelle der letztvcrstorbenen Großherzogin, wo dieselbe an derSeite ihres zärtlichst geliebten Kindes, der in der Blüthe derJahre Hingeschiedenen Prinzessin Elisabeth, rubt. Ein getreuesBild dieses lieblichen Kindes in Lebensgröße und liegenderStellung fertigte Rauch in Berlin aus cararischem Marmor.Die Capclle ist geschlossen, der Garten aber, welcher nunmehrSr. Hoheit dem Prinzen Carl gehört, ist dem Publikum zumBesuche geöffnet.
Unter die Gartenanlagen zunächst der Stadt haben wirauch den Friedhof (eingeweibt am 9. April 1828) zu zäh-len. Er liegt südöstlich von der Stadt am NicderramstädterWeg, auf einer kaum ansteigenden Fläche, in der BessungerGemarkung, und hat einen Raum von etwa 2800 Klaftern,der zu einem heiteren freundlichen Garten umgeschaffen ist.Die abgetheilten Quartiere sind zu Beerdigungen in der Reihe,die Einfassungen dieser Quartiere und das außer denselbenan der Mauer liegende Gelände zu Erbbegräbnissen bestimmt.Mehrere Wege, mit Kies belegt, durchziehen den Raum, vieleschöne Denkmale der Liebe und Freundschaft, sämmtlich vonBaptist Scholls Meisterhand verfertigt, zieren die Gräber undBlumen der mannigfaltigsten Art hanchen Woblgerüche aus.