Cocastelli von Montiglio. Alois und Philipp Gebr.C. v. M. aus Mantuaner Geschlecht erhielten am 23. No-vember 1816 die k. k. Oesterreichische Bestätigung desGrafen- und Marcliesestandes je in ihrer männlichen Erst-geburtsfolge. Wappen s. Rietstap, armorial gündral, nou-velle üdition.
de Coghen. Jacques Andre de C. (geb. 1791, f 1858)erhielt am 30. December 1837 die königl. Belgische Erlaüb-niss, sich für seine Person des ihm von Sr. HeiligkeitPapst Gregor XVI. verliehenen Römischen Grafentitelsbedienen zu dürfen und am 5. December 1839 die Aus-dehnung desselben auf seine gesammte männliche Nach-kommenschaft. Wappen s. Rietstap, a. a. O.
Colins de Ham. Fran^. Jos. Phil. Leopold C. d. H.,f 12. December 1827, hatte am 16. December 1825 denkönigl. Niederländischen Grafenstand erhalten. Wappen:in Silber ein von sechs rothen, kreisförmig gestelltenKugeln begleiteter rother Schrägbalken.
(Mit demselben Wappen hatte bereits ein AdrianFrancis de C., seigneur de Sausei d. d. 15. März 1709von König Karl III. den Spanisch-NiederländischenGrafenstand nebst Wappenvermehrung erhalten.)
Collalto. Die Familie will den Hohenzollern stamm-verwandt sein. Das Wappen nach dem Grafendiplom von1730 war lediglich der von Schwarz und Silber gevierte(ovale) Schild, umgeben von aus Zackenkrone herab-wallendem hermelingefütterten purpurnen Mantel, aufge-bunden mit blauen Bändern, ohne Helme.
Die Brüder und jüngeren Söhne und deren Descen-denz des d. d. Wien 22. November 1822 in den Oester-reichischen Fürstenstand Erhobenen führen das fürstlicheWappen ohne den Hermelinmantel und den Fürstenhut.Der Adler auf Helm I (welcher im Diplom rechts sieht,hat hier die heraldisch richtigere Kopfwendung nach ein-wärts erhalten) ist goldgekrönt, die Arme stahlgeharnischtmit goldener Ellenbogenkachelbordure. Die Jungfrau aufHelm II (gekrönt mit goldener Zackenkrone) ist nacktund ganz grün (sie!), sie hat drei Gesichter, aber nur zweiAugen, hält in der Rechten eine Festung von bräunlicherSteinfarbe mit röthlichen Dächern und drei Kirchthürmen,in der Linken einen stahlfarbenen Helm mit drei schwarz-silber-schwarzen Straussfedern. Der geharnischte Arm aufdem (Stech-) Helm III (gekrönt mit silberner Zacken-krone) hält die gekrönte grüne feuerspeiende Schlangein der blossen Hand (der zum Stammwappen gehörigeHelm nach Siebm., III. 24. I schwarz mit silbernem Auf-schlag und blauer gewöhnlicher Schlange). Nach einemgräflichen Siegel (vor der Fürstung) hat der Fürstenhutauf Helm I keine Bügel, die Jungfrau ist gekrönt, dasCastell etwas anders gestaltet, der Arm wächst aus grünemHügel und ist schwarzgekleidet.
Die Familie soll dem Diplom von 1730 zufolgeschon in Person des Claudius und Leopold den Grafen-stand geführt haben, demzufolge das Diplom nur eine»Ausdehnung« ist. Es ist dies glaublich, denn AntonOctavian, der Vater des ersten Fürsten, erhielt, obwohldurchaus nicht von dem Diplomsempfänger de 1730 ab-stammend, bereits d. d. Wien 10. März 1781 das Incolat
im Herrenstande des Königreichs Böhmen etc. und wurde,obwohl sein Vater Odoardo sich des Grafentitels nichtbedient hatte, dennoch als »Graf« angesprochen. Auchanderen Linien des Geschlechts wurde der Grafentiteljederzeit gegeben, wie denn allerdings bereits ein Schinella1174 als Graf von Treviso und dessen Ururenkel Ram-baldo VIII. 1304—1323 als Graf und kaiserl. Markgrafvon Ancona vorkommt, welcher zugleich der gemein-schaftliche Stammvater aller Linien ist.
Colleoni. Der Grafenstand dieser Familie wurdedurch zwei Venetianische Diplome verliehen, und zward. d. 9. December 1656 als »Graf von Solza« nach demErstgeburtsrecht dem Gardino C. und d. d. 29. December1752 unbeschränkt dem Francesco C. (Ein Horatio C.,Erbe des Grafen G. B. H. Porto aus Vicenza, Brudersseiner Mutter, nahm diesen Beinamen an.) Nach dernobiltä italiana 1879 und 1883 blühen derzeit 1. die Liniedes Vicenzo mit der Anerkennung de 1857 und 2. dieLinie des Bartolo (seines Bruders), welche wohl von derAllerh. Entscliliessung de 1825, nicht aber in dem Diplomde 1857 berührt wird.
So wie hier ist das Wappen (jedoch ohne die Devise)nach dem Diplom de 1857. Den Balken mit dem Löwen-rachen (aber roth mit silbernem Borde) soll bereits Jo-hann III. von Neapel an Bartolomeo C. verliehen haben.Das Stammwappen war ein von Roth über Silber quer-getheilter Schild, darin drei (2, 1) aufrechte stiellose Blätteroder Flammen verwechselter Tinctur. Aus diesen hatdie laseive Manier der Italiener mit der Zeit drei Hoden-säclce (!) — italienisch »Cujoni«, im Diplom aber mit»Doppelsäckchen« übersetzt — herausmetamorpliosirt.Uebrigens giebt Tettoni, teatro araldico, statt derselbenaufrechte Flammen, der Schrägbalken ist hier schwarzmit drei silbernen Lilien, sonstwie im Diplom de 1857.
Colloredo. Das Diplom de 1857 giebt das Wappenso wie hier gegeben, wogegen Kneschke fälschlich dieHelme verwechselt, den Adler im Balken weglässt undaus dem Mohren einen Weissen gemacht hat. DieserMohr soll dunkelbraun, das Kleid weiss, Gürtel, Binde,Pfeile und Bogen golden sein. Tettoni giebt das Wappenin der Zeichnung richtig, irriger Weise aber überall stattschwarz: blau!
Im Diplom vom 11. December 1724 ist der Mohrals »Aethiopier« (dunkelbraun) beschrieben, die Pfeileund der Bogen goldbraun, erstere mit silbernem Flitsch,das Kleid ohne goldenen Gürtel, der Eber mit goldenenRückenborsten und Hufen, der Adler auf Helm III gold-bewehrt. Die Fahnen auf dem Mansfeld'schen Helm habengoldene Kugelstangen.
Zur Orientirung über die noch in diesem Jahrhundertblühenden Linien des Geschlechts diene Folgendes:A. Bernhard'scher Zweig (abstammend von Bernhard1303—1346, Bruder des Weickard).
I. Jüngerer Venetianischer Ast, vorm. zu Me-schelet (gestiftet von Thomas C., Ururenkel desBernhard, älterem Sohne Johanns II. des Paduaners,Herrn zu Mels, Bruders des untengenannten Hiero-nymus).
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