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1 (1885) Wappentafel 1 - 209 nebst Text ; A - D
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HISTORISCH-HERALDISCHE ERLÄUTERUNGEN.

(ZU WAPPENTAFEL 120.)

Abensperg und Traun. Die Fahnen sind die vonOesterreich ob der Enns (links) und Oesterreich niederder Enns (rechts) und wegen des der österreichischenLinie zustehenden Oberst-Erblandpanier- und Fähndrichs-amts dieser Lande in Gebrauch. Sie sind in Wappen-büchern durchgehends falsch dargestellt; hier sind sienach dem eigens zu diesem Zwecke erbetenen, sehr schönund gross gestochenen Siegel Sr. Excellenz des GrafenHugo v. Abensberg und Traun, Vorsitzenden des Wienerheraldischen Vereines »Adler«, abgebildet; seit wann derDoppeladler statt des früher gebräuchlichen, auch imOesterreichischen Staatswappen einfachen Adlers üb-lich, ist uns nicht bekannt; die, früher als »Lerchen« be-zeichneten, fünf Adler in der rechten Fahne sind golden,die beiden Pfähle in der linken Fahne roth.

Adelmann V .Adelmannsfelden. In Wappenbüchernfindet man häufig die mittlere der drei Straussfedern aufden Sieb-Enden (Helm II) silbern; diplomgemäss sindjedoch alle schwarz.

Adlerberg.*) Die von der Russischen Kaiserkroneüberhöhte goldene Chiffre im goldbordirten rothen Brust-schild des noch mit zwei dergleichen Kronen gekröntenAdlers auf Helm II ist die Sr. Majestät des hochseligen"Kaisers Nicolaus I. von Russland; alle Adler sind gold-bewehrt. Die Russische Devise lautet zu Deutsch: »Liebeund Treue«. Die adlige und freiherrliche Linie der Familieführte den Adler des Stammwappens (jetzt im Brustschildedes Doppeladlers im Hauptschilde) flughereit.

Aham. Die Linie zu Neuhaus und mit ihr dasganze Geschlecht ist nun am 12. Januar 1881 auch er-loschen.

Die Darstellung des Wappens inTyroffs BayerischemWappenbuch, wo die Decken als Hermelinmantel und der»Leopard« ohne die Flecken, als Löwe und in gewöhn-licher Löwenstellung dargestellt wird, ist falsch; schonin dem der Familie ddo. Wien 3. Juni 1652 ertheiltenReichs-Freiherrndiplom ist das Thier als »goldgespren-

*) Die Aufnahme dieser, wie noch einiger anderer Russi-scher Familien in dies Werk schien wegen ihrer Begüterung inden Russischen Ostseeprovinzen (Kurland, Esthland, Livland) undihrer nahen Beziehungen zu den dortigen Deutschen Adelsgeschlech-tern durchaus geboten.

kelter rother Tiger«, in obigem, sowie in dem der 1764f Linie zu Wildenau, ddo. Wien 30. December 1693,ertheilten Reichs-Freiherrndiplom als »Leopard« ange-sprochen, auch bei Siehmacher I, 77 bereits »gefleckt«gezeichnet; die goldbordirten und innen vergoldeten sil-bernen Becher hat nur die Linie zu Neuhaus erhalten.Den Löwen auf Helm I haben wir heraldisch richtig ein-wärts gekehrt; die Quasten am Kissen müssen nicht gol-den, sondern roth sein; der Leopard trägt eine »alt-heidnische« Krone mit drei Zacken.

Ahlefeldt. Die drei angegebenen Grafendiplome, nämlich das Reichsgrafendiplom vom 14. December 1Ö65und die beiden dänischen Diplome vom 20.'Juni 1672 und7. October 1785, kamen in ein und dieselbe Linie, welchesich jedoch früher in zwei Speciallinien spaltete, ehe dasletztere Diplom (ddo. 1785) verliehen ward. Sonachstand der 1825 f jüngeren Speciallinie nur die Führungentweder des im reichsgräflichen oder des im dänischenDiplom vom 20. Juni 1672 verliehenen Wappens zu. Zwi-schen diesen beiden Diplomen führt jedoch die Familie(seit 17. Mai 1672) wegen der Grafschaft Rixingen (bis1813 im Besitz) noch ein auch nach Verleihung des däni-schen Diploms vom 20. Juni 1672 in Gehrauch gebliebenesWappen, welches wie das reichsgräfliche, nur Feld IIwieder gespalten, vorn die Rixingen'schen Fische (Barben)und Kreuze, hinten das Wappen Rantzau, im oberen blauenTheile des IV. Feldes drei an grünen Blätterstengeln wach-sende rothe Rosen und auf Helm I rechts den Pfauen-schweif, dann (II) die Flügel, dann (III) den Hund aufKissen und auf einem IV. Helm die Rixinger Fische(ohne Kreuze) zeigte.

Der Löwe mit Helleparte in Feld I und IV undmit denDanebrogs an goldenen Flaggenstöcken auf Helm II,sowie die Schildhalter der Ahlefeldt-Laurwig (Löwemit adlerfedergeschmücktem Helm und grauer Elefant)wurden verliehen wegen des früheren Besitzes (bis 1805)der vom Grafen Danneskjold-Laurvig ererbten GrafschaftLaurvigen in Norwegen; der im Wasser ^watende Löwe,nebst dem, heraldisch richtiger hier eirt wärtssehenden,ungekrönten Adler auf Helm I bedeutet Langeland;Fische und Kreuze: Rixingen; Adlerflügel und Balken,sowie Hund auf Kissen (dessen Halshand bald roth, mitoder ohne goldenen Ring, bald ganz golden angegebenwird) bilden das Stammwappen, was hinsichtlich der