Brühl. Das Wappen ist so wie hier gegeben inbeiden Diplomen verliehen. Graf Heinrich I. beliebteseit 1763, wo er polnischer Starost wurde, sich noch einesaufgelegten Mittelschildes mit dem polnischen Stamm-wappen Jastrzebiec und eines vierten (II.) Helmes mitdem dazugehörigen Kleinod zu bedienen. Dies Wappenführte auch der am 17. Juni 1859 im Mannsstamm er-loschene evangelische zweite Zweig der jüngeren Linie,wogegen gegenwärtig sich alle Linien des diplomatischenWappens bedienen.
Brune v. Möns. Diese Familie hat mit denv. Monts de Mazin durchaus keinen Zusammenhang; vonwem der Grafenstand ertlieilt wurde, ist nicht bekannt.
Brunetti. Diese aus Massa in Italien stammendeFamilie erhielt (mit dem Schilde des gräflichen Wappens,worauf ein Helm mit drei blauen Straussfedern) 16. Januar1691 den Reichsädel. Der Grafenstand wurde dem LazarFerdinand v. B., k. k. Oesterr. Gesandten, 1832 verliehen.
Der Adler im Schild und auf Helm II ist golden-bewehrt, die Rosen goldbesaamt; der Brustschild desOesterreichischen Doppeladlers goldbordirt.
Brunnow. Philipp v. B., Kaiserl. Russischer Ge-sandter in London, aus uraltem Kurländischen Geschlecht,geb. 31. August 1797 zu Dresden, f 1878 ohne Erben,erhielt am 18. März 1871 den Russischen Grafenstand.
Der Kaiserl. Russische Doppeladler im Schildhauptund auf Helm II trägt einen mit der Kette des St. An-dreasordens umhängten, goldbordirten rothen Brustschild,darin, überhöht von der Russischen Kaiserkrone, diegoldene Initiale Kaiser Alexander II.
Brunswick v. Korompa. Die Adler und Widdersind goldbewehrt, die Weintrauben röthlichgelb, die Pfeilebraun mit silberner Spitze und goldenem Flitsch, die Armesilberngeharnischt mit goldenen Reifen, die Säbel gold-begrifft. Die schildhaltenden Jungfrauen sind rechts Justitia(ohne Wage, nur mit Schwert) und links die auf brauneSäule gestützte »Fortitudo«, beide mit braunem Haar,goldenem Gürtel und Halsband. In beiden Diplomen(7. October 1775 und 18. November 1790 — nicht 8. No-vember 1796) sind gleiche Wappen verliehen. Kneschke'sDarstellung ist ungenau.
Brunyan. Das Diplom erhielt Konrad Emanuelv. B., k. k. Generalmajor, geb. 1705 in Pommern, f 1787.— Nach Siegeln kommen zwei auf Postament stehendeGreife als Schildhalter vor, die aber nicht diplomgemässsind. Die Adler haben goldene Waffen, der brauneMohr hält einen grünen Lorbeerkranz und einen silber-beflitschten goldenen Pfeil. Der Schwan ist schwarz-bewehrt.
Bubna. Es war nöthig, hier zwei Wappen zupubliciren; nach dem Diplom de 1644 ist das Wappenlediglich der Buben (böhmisches Wort für Trommel)schräg, braun, mit weissem Fell in Gold und auf demHelm dieselbe Figur mit drei Straussfedern, blau, silbern,gold besteckt. Dagegen gibt Siebmacher, Supplement VIII.
2. 3, übereinstimmend mit allen neueren Siegeln das ver-mehrte Wappen, ohne dass zu erfahren war, aus welchemGrunde und ob dasselbe diplomatisch geführt wird.
Bülow v. Dennewitz. Die Darstellung ist in bis-herigen Wappenwerken überall ungenau und so wie hierlediglich diplomgemäss. Die »Ströme« des Mittelschildessind als (glattlinige) Balken sowohl beschrieben, wie ge-zeichnet; der Vogel ist silbern, mit silbernem Ring ohneStein im Schnabel; die Kugeln des Herzschildes stehen4> 4> 3> 3 > 1 J der Lorbeerkranz ist rothbefruchtet. So-wohl Allerh. Ordre, wie Diplom sind d. d. HauptquartierParis 3. Juni 1814 (also nicht vom 9. Februar 1816) datirt.
Bülow (Cummerow). Der Vogel ist hier als »weiss«beschrieben (dagegen grau gezeichnet), aber mit gelberKehle und dunkelgrünen Flügeldecken; dem Adler aufHelm I haben wir die heraldisch richtigere Kopfstellungnach links umsomehr gegeben, als die diplomatische Be-schreibung nichts von der Rechtswendung sagt. DasPostament ist von dunklerem und hellerem grauen Mar-mor schachbrettartig zusammengesetzt. Der erste Grafwar bekanntlich Johann v. B. der Linie Potremse, welcheram 9. Januar 1810 bereits den Königl. WestphälischenGrafentitel erlangt, aber nach seinem am 7. April 1811erfolgten Sturze (als Königl. Westphälischer Finanzminister)denselben ablegte. Wir glaubten, dies abweichende undhistorisch berechtigte Wappen nicht übergehen zu dürfen.
Bülow-Kühren. Hier ist der Vogel mit dem be-steinten Ringe ganz golden; auf Helm I steht der Preussi-sche Adler, aus Plelm III wächst der Pommersclie Greif.
Bünau. Die Linie Dahlen ist im Mannsstammeam 1. December 1842, im Weibsstamme am 6. Januar 1871erloschen; es blüht allein nur noch die vom selben Diplom(1742) abstammende Linie zu Seuselitz, wogegen zweiandere Gräfliche Linien (cfr. Gritzner, Standeserhebungenund Gnadenacte S. 491, 700 und 737) schon früher er-loschen sind.
Bueren. Das Grafendiplom de 1787 hatte ChristophBernard Friedrich v. B. aus altem, von Münster i. W. her-stammendem Geschlechte erhalten. Sein Sohn JohannJoseph (f 12. April 1848) hinterliess vier Söhne, welchezufolge des Königl. Niederländischen organischen Adels-decrets als Grafen, jedoch die jüngeren Söhne, EmanuelJoseph Louis und Eduard Joseph, nur für ihre Personanerkannt wurden. Am 25. November 1859 wurde den-selben jedoch die Königl. Belgische Anerkennung ihresalten Adels und die Erlaubniss, den Grafenstand nachPrimogeniturrecht zu führen, zu Theil; ebenso erhieltenihres älteren Bruders Isidor Desirü Bernard Grafen de B.zwei Söhne unterm 30. December 1862 die Königl. Bel-gische Erlaubniss, schon bei Lebzeiten ihres Vaters denGrafentitel zu führen.
Bukowski. So wie abgebildet ist das Wappen(Osorya) nach dem Diplom. Wir finden jedoch ein wahr-scheinlich nach polnischer Usance von den AhnenwappenRogala, Pobog, Abdank und Debno geviertes, mit Osoryaals Herzschild versehenes vermehrtes gräfliches Wappen.
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