ursprünglich nicht lediglich aneinanderhängende Weckenwaren, dürften nur alte Siegel entscheiden. Auf einemschönen alten Siegel de 1790 wiederholen sich übrigensdie Schildfiguren (ohne die Scheibe) direct auf den Flügeln.Andere Siegel zeigen als Schildhalter widersehende Löwenoder Greifen, auch das Ganze innerhalb aus der Grafen-krone herabwallenden Hermelinmantels. Xyroff, Oesterr.Wpb. 25, S. 16, gibt das Stammwappen geviert mit gol-denem Felde, darin ein natürlicher sitzender Biber.Auf dem Schilde ruht eine bemützte (niederländische)Freiherren(?)krone. Hiermit stimmen Siegel überein, dieihn aufrecht darstellen. Doch kennen wir seine Bedeu-tung, wie die Berechtigung dazu nicht, vermuthen indess,dass dies vermehrte Wappen das des Böhmischen d. d.10. September 1698 in den Reichsfreiherrnstand erhobe-nen Zweiges ist.
Boot de Velthem. Der Grafentitel ist dem HenriCharles Ghislain Grafen B. d. Y. wieder verliehen, auchnur in der Primogenitur seitens der Niederlande anerkannt;er stammte aus dem d. d. 29. März 1642 in den Reichs-ritterstand erhobenen Hause der Boot de Coosbeeck undstarb ohne Söhne.
v. d. Borch. Feld I des gevierten, von silbernenBalken überdeckten und mit Mittelschild (Stammwappen:drei schwarze Raben in Silber) belegten Schildes ent-hält das complete Herzoglich Pommersche Wappen, näm-lich ein durch zweimalige Spaltung und zweimalige Thei-lung in neun Felder getheilter Schild, und zwar I (schwar-zer Greif in Gold): Herzogthum Cassuben, II (gekröntergoldbewehrter rother Greif in Blau): Herzogthum Stettin,III (rother Greif in Silber): Herzogthum Pommern, IV(von Grün und Roth neunmal schräggetheilter Greif):Herzogthum Wenden, V (aus goldblauem Schach wach-sender silberner Greif in Roth): Usedom, VI (silbernerGreif mit Fischschwanz in Roth): Barth, VII (silbern-geflügelter und -bewehrter schwarzer Greif in Gold):Wolgast, VIII (in Gold ein von vier goldbesaamtenrothen Rosen begleitetes schwebendes Andreas- [rectiusAst- oder Burgunder-] Kreuz): Gützkow, IX (in Rothein silbernes Ankerkreuz): Cammin. Dies Gesammt-wappen war bereits dem Grafen Stanislaus v. d. Borchaus einer wieder erloschenen d. d. Worms 23. November1495 in den Reichs-, d. d. Krakau 12. Februar 1588 inden Polnischen Grafenstand mit Prädicat v. Borchshoffund Wappenvermehrung (durch die Herzogskrone inFeldll)erhobenen Linie von Herzog Philipp I. von Pommern,dessen Schwester er zur Gemahlin hatte, verliehen worden.Die Degen in Feld III, der goldbewehrte silberne Greifin Feld IV und der Balken mit der goldenen Inschrift»tres in uno« und dem goldenen Dreieck scheinen erst imDiplom 1783 ertheilt zu sein. Der I. Helm, gekröntmit »freiherrlicher Krone«, trägt den Cassubischen, der II.mit »heidnischer Krone«, das Stammkleinod, der III., ge-krönt mit der ganz silbernen »mytra magni magistri Li-voriae« den Pommerschen Greif wachsend. Der rechteSchildhalter dürfte die Ordensherrschaft, der linke (Pol-nische goldbewehrte silberne Adler mit goldenem Scepterund rother Fahne mit der Initiale König Sigismunds[Sigismundus Rex]) die Polnische Herrschaft andeuten.
So nach dem Diplom. Neuere Siegel zeigen übrigensdurchgehends in Feld I nur den Pommerschen Greif, denHerzschild ohne Balken direct auf dem Schilde und aufder Grafenkrone nur den Stammhelm.
Borchgrave d'Altena. Die Fische sind Salme. Imofficiellen Wappenbuche der Niederlande von Weleveld,dem wir gefolgt sind, halten die auf blauer Arabeskestehenden, mit Epheu bekränzten und beschürzten Wald-leute die Keulen über die äussere Schulter und der Mantel,welcher diplomgemäss blau »mit weissem Leder gefüttert«ist, ist hermelingefüttert, roth, die Männer mit den Keulenbei Fuss dargestellt.
Borcke (1790). Die Wölfe haben, wie der golden-bewehrte Hirsch, goldenes Halsband, der Greif ist, gleichdem Adler, goldbewehrt, Postament und Arabeske dar-unter sind violett. Den Helm haben wir heraldisch rechts-gekehrt.
Borcke (1840). Bis auf die (ganz schwarzen) schild-haltenden Adler ebenso. Helmstellung wie oben.
Bordogna v. Taxis. Weil dem Stamme nach Bor-dognas, hierher (nicht sub Taxis) gehörig. Der Thurmin I und IV hat schwarzes Thor mit silbernem Fallgatter,der Löwe in II und III ein breites silbernes Halsbandmit rothem Sparren, der Dachs des Herzschildes steht imSchildeshaupt, der Postmeister auf Helm III ist in denkaiserlichen und Hausfarben (schwarzgelb, rothweiss) ge-kleidet, mit ebensolcher Leibbinde, schwarzem Hut, weissemBart mit vier Straussfedern in den vier Farben und gol-denem Posthorn.
Borini. Das Diplom ist ausgestellt für den am20. September 1788 zu Padua geborenen Dominik v. B.,Patrizier von Padua, und zwar erblich auf Descendenzbeiderlei Geschlechts, wohingegen d. d. Wien 16. Novem-ber 1748 die Kaiserin Maria Theresia den GebrüdernLeander und Dominik B., Patriziern von Padua, bereitsden Erbländisch-Oesterreichisch-Lombardischen Grafen-stand, jedoch nur in der männlichen Descendenz, ver-liehen hatte. Die Figur in I und IV ist ein aus WolkenWind gegen den Stern blasender natürlicher Kopf (Namens-anspielung? — Boreas).
Borkowski (Dunin-). Der goldbewehrte silberne(nicht flugbereite) Schwan ist das Polnische StammwappenLabedz. Als Devise findet sich: Tout pour l'honneur, auchlateinisch Omnia ad honorem. Die Familie hat absolutkeinen Zusammenhang mit dem Geschlechte der
Borkowski-Rosciszewski aus dem Polnischen Stam-me Junosza, dem schreitenden (rectius stampfenden) gold-bewehrten »bluttriefenden« silbernen Widder. Das gold-begriffte Schwert in goldbeschlagener blauer Scheide,welche mit zwei in je zwei Reihen rothsilbern zu dreiPlätzen geschachten Beschlagbändern versehen ist, deutetauf das von dem Vater des Gegraften bekleidete Landes-schwertträgeramt des Königreichs Galizien. Die Arabeskeist golden, das Band roth mit silberner Schrift.
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