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1 (1885) Wappentafel 1 - 209 nebst Text ; A - D
Entstehung
Seite
XIIr
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Berg (in Russland). Das Oesterreichische Diplomde 1849 verleiht nur das Stammwappen mit Grafenkrone,das Russische de 1856 wie hier gegeben. Feld I ist dasWappen des Grossfürstenthums Finnland, der doppelt-bewaffnete, gekrönte goldene Löwe im rothen mit goldenenRosen besäten Felde; das II.Feld ein kaiserliches Gnaden-zeichen: der wachsende rothbewehrte, dreifach kaiserlich-gekrönte Russisch-Kaiserliche schwarze Doppeladler mitdem kaiserlich-gekrönten goldenen Namenszuge Sr. Ma-jestät des verewigten Kaisers Alexander II. im gold-bordirten rothen Brustschilde; das IV. ist das der GrafenCicogna, in Grün ein rothbewehrter natürlicher Storchmit schwarzer Schlange im Schnabel und silberner Kugelin der erhobenen Rechten; das V.: die beiden Mohren-rümpfe mit oben goldbordirtem silbernem Schurz und roth-blaugelber Federkrone mit goldenen Bändern, angeschossendurch silberbeflitschte goldene Pfeile, wachsend aus demgoldschwarz dreireihig geschachten unteren Felde, das derf Livländischen Familie von Ermes. Von den drei Hel-men (im Diplom ohne, hier aber mit den ihnen zukommen-den Helmdecken) ist der mittlere golden, die anderen sil-bern. Die schildhaltenden Greifen sind golden-bewehrt,silbern, die Devise golden auf weissem Bande.

Berg-Schönfeld. Der rechte Helm enthält das Klei-nod der Gattin des I. Grafen, geb. von Schack: zwischenzwei roth-silbernen Büffelhörnern eine roth-silbern ge-spaltene Lilie. Die Schildhalter: Rabe und Hund (letz-terer nicht mit herausgeschlagener Zunge) sollen zumAndenken an zwei treue Hausthiere gegeben worden sein.

Bergen. Die Gräfin, ein geb. Freiin von Berlepsch-Hübenthal, seit 28. August 1843 morganatische Gemahlindes Kurfürsten Wilhelm II. von Hessen, verwittwet 20. No-vember 1847, wiedervermählt 28. October 1851 an GrafHohenthal, f 21. Februar 1877, hatte bereits d. d. 22. Fe-bruar 1844 von ihrem Fürstlichen Gemahl den NamenBergen erhalten, mit einemWappen, welches ihr Stamm-wappen nicht enthielt (Näheres hierüber, wie über dieVererbung an die Grafen Hohenthal, s. Gritzner, Standes-erhebungen und Gnadenacte deutscher Landesfürsten inner-halb der letzten drei Jahrhunderte, Seite 544). Das gräf-liche Wappen enthält in I und IV fünf schwarze Vögelim goldenen Felde, welche wie Raben gezeichnet sind,aber (absichtlich oder nicht?) dennoch auch hier nichtdas von Berlepsch'sche Stammwappen (cfr. Berlepsch)zeigen. Feld II und III und Helm II und IV sind ausdem von Berlepsch'schen, der Mittelschild und Helm IIIaus dem freiherrlich Bergen'schen Wappen. Helm Iund V (die drei silbernen Monde im blauen Flügel) istdas Helmkleinod einer f Schwäbisch-SchweizerischenFamilie von Bergen.

Bergh, genannt von Trips. Der Name ist im Di-plom »Berghe von Trips« geschrieben; so wie hier istdas Wappen allein diplomgemäss (auch der Fürstenhutund der Fürstenmantel). Feld I und IV das von Silberund Roth fünfmal getheilte Feld, die silbernen Plätzeschräg schwarzgegittert (ursprünglich lediglich eine ArtDamascirung) und der Thierrumpf auf I-Ielm I, welcher,ursprünglich ein Rüdenrumpf, im Grafendiplom zu dem

eines Hermelin-Tigers (aber als Löwe gezeichnet) um-gewandelt wurde, bildet das Stammwappen. Helm II mitder den Stammschild wiederholenden weissen Fahne amgoldenen Spiess und der Devise (roth auf silbernem Bande),sowie Feld II und III und Helm III sind durch das Grafen-diplom hinzugekommen und bilden letztere das Wappen derf Familie von Breyl (Breil), aus welcher die Urgrossmutterdes ersten Grafen, Maria Odilia, Erbin der FreiherrschaftEys, stammte. Der Beiname Trips wird zuerst von Wil-helm von Berg geführt, dem 1446 Margarethe von Pallantdie Baronie Trips als Heiratsgut mitgebracht hatte.

Berlaymont. Die F'ahnen sind sämmtlich wie derSchild gezeichnet, an goldenen Stangen.

Berlepsch. Im Grafendiplom von 1869 stehen inFeld I und IV des gevierten Wappenschildes drei gol-dene Sparren im schwarzen Felde, ursprünglich das Wap-pen einer gleichnamigen böhmischen Familie (von Berle-viczlto), mit welcher sich die sächsische in früherer Zeitals stammverwandt verbunden hatte, in Feld II und III,dagegen das der Letzteren, fünf grüne Sittiche (Papa-geien) mit rothen Schnäbeln, Füssen, Augen und Halsring;die »Köcher« auf Helm I sind roth, die Kugeln silbern,die Hahnfedern schwarz. (Eine andere bereits d. d. Wien5. August 1695 vom Kaiser Leopold I. gegrafte Linie isterloschen.)

Berlichingen. Die Wappen nach den Diplomende 1815 und 1859 sind vollständig gleich; Lamm wie Wolfsind silbern.

Bernardi. Die k. k. Oesterreichische Grafenstands-bestätigung, lediglich für seine Person, erhielt StephanConte B. aus einer in Treviso und Venedig vorkommendenFamilie.

Bernay von Favancourt. Das Geschlecht entstammtder Picardie; wir haben der heraldisch richtigeren Dar-stellung, wornach der Löwe aus einem gekrönten Helme,nicht direct aus der Grafenkrone wächst, den Vorzug gebenzu müssen geglaubt.

Bernstorff. Das Dänische Diplom de 1767 verleihtkeine Decken; da dies aber unheraldisch ist, auch fastalle neueren Siegel dieselben zeigen, so haben wir sieauch hier bei jedem der Helme, den entsprechendenSchildfarben gemäss (nicht so falsch wie Kneschke),abgebildet. Die Figuren in Feld II sind goldene Rad-felgen nebst Speichen, der Kranz im Herzschilde einLorbeerkranz mit rother Bandschleife.

Bernstorff-Gyldensteen. Dies Wappen führt lautKönigl. Dänischen Patentes de 1828 nur immer der jedes-malige Besitzer des (Knuth-) Gyldensteen'schen Fidei-commisses (errichtet am 8. April 1720 für den am 14. Juni1749 ohne männliche Erben f Johann Heinrich HuguetanGrafen Gyldensteen, Freiherrn auf Odyck), welches durchseine Erbtochter zunächst auf den Marquis de Monteleone,durch dessen Erbtochter Casada auf ihren Gemal GrafenEggert Christoph Knuth-Knuthenburg (f 1776) und durch