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1 (1885) Wappentafel 1 - 209 nebst Text ; A - D
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des Grafenstandes. Da uns drei verschiedene Wappenvorliegen, geben wir absichtlich keines derselben.

Bellegarde. D. d. Brüssel 13. September 1540 er-theilte bereits Kaiser Karl V. an Franciscus de B., do-minus de Möns et des Marches d' Antremont (nichtEntremont), capitaneus castri Nicensis, eine Wappenbe-stätigung und Besserung, nämlich: unter goldenem Schild-haupt, worin ein schwarzer Doppeladler (dies war dieWappenbesserung), ein von den Oberecken herabgebogenergoldener Balken, aus dem abwärts goldene Flammen-strahlen in das blaue, mit (fünf) goldenen Flammen be-streute Feld herabgehen. Auf dem gekrönten Helme derDoppeladler, Decken blaugolden.

Ebenso, mit zwei zugewendeten Adlern als Schild-halter, der Doppeladler im Schildhaupt gekrönt und wieder-holt auf dem mit siebenperliger Krone gekrönten Helmezeigt das Wappen ein älteres Siegel.

Nun erhielt aber des genannten Franciscus de B.Ururenkel das Savoyisclie Grafendiplom de 1682; hierwurde der Schild, wie oben (Doppeladler ungekrönt),belassen, denn der Wortlaut sagt: »una sfera del fuocod' oro, curvata dall uno all altero degli angoli superiori,raggiante e scintillante verso la punto della scudo«. Da-gegen wurde statt des Doppeladlers auf dem Helme daswahrscheinlich durch die Wappenbesserung de 1540 ver-drängte ältere Helmkleinod: »eine naturfarbene, im Schnabeleine schillernde Flamme haltende Taube« wiederhergestellt.

Dass diese Taube leider fehlt uns die Abbildungwachsend, d. h. in Adlerstellung gemeint war, dürftendie verschiedenen Siegel beweisen; jedoch haben dieWappenstecher wohl aus Unkenntniss und weil eine Taubeselten in dieser Stellung erscheint, aus derselben einenwachsenden (neuerdings golden tingirten) Adler gemacht.Auch ist bei manchen Siegeln demselben nicht eine Flamme,sondern ein Zweig mit drei Eicheln in den Schnabel ge-geben. Oft geht die »sfera« unrichtiger Weise nicht vonden Oberecken aus, und der Doppeladler ist gekrönt, wiesich auch als Schildhalter zwei widersehende flugbereitegoldene Adler auf Postament finden und ein Siegel dieDevise: Virtus mihi numen et ensis zeigt. Doch sind dieslediglich neuere willkürliche Zusätze.

Mit der Gräfl. Familie von Bellegarde in Frank-reich, welche eine Glocke im Wappen führt, existirt keinZusammenhang.

Bellini. Die k. k. Oesterreichische Bestätigung vom21. November 1816 erhielt Peter de B., conte di Pagliatee Lumellogno. Das Thier auf dem Helme soll ein Sala-mander in Flammen sein; wir haben letzteren so dar-gestellt, wie ihn als feuerfest die I-Ieraldik abbildet, nichtals sie! Krokodil (welches Reptil bekanntlich mehrdas Wasser liebt).

Bellisoni. Die k. k. Oesterreichische Bestätigungvom 19. November 1816 erhielten Hannibal, Aurel, Ca-jetan und Joseph, Marcliesen de B. aus Mailand.

Belrupt-Tisac. Das Böhmische Incolatsdiplom imHerrenstande (auch für Mähren und Schlesien) erhieltGraf Joseph von Belrup (so geschrieben!), k. k. Ritt-meister in der Armee.

Beltrami. Johann und Heinrich B., conti di Mo-nasterolo di Mezzenile erhielten die k. k. OesterreichischeBestätigung de 1821.

Bembo. Mit dem Gegraften im Mannsstamme wiedererloschen. Die Familie ist eine altadelige Patrizische derRepublik Venedig, worauf auch die unheraldisch ge-nug direct auf der Grafenkrone ruhende goldene Dogen-mütze deutet; die adelige Linie führt statt deren ein Rad.

Benckendorff. Die Familie, einem Patrizierge-schlechte der Stadt Salzwedel entstammend, kommt früh-zeitig unter den Rathsherren von Riga vor und erhieltSchwedisches Adelsnaturalisationsdiplom vom 17. Novem-ber 1674. Damier, Esthländ. Wappenbuch, giht irrig alsKleinod des gräflichen Wappens drei Straussfedern, wiesie allerdings 1674 verliehen worden waren.

Bennigsen. Grote, Hannoversches Wappenbuch,

A. 13 irrt, wenn er die Schildfigur für eine »Wagenwinde«(sie!) anspricht; es ist einfach der Schaft einer Armbrust,wie die ältesten Siegel zur Genüge beweisen. Auch istdie von ihm der Familie gegebene Devise: Durant vir-tute parata im Grafendiplom nicht verliehen.

Bentheim. Die heute noch existirenden Grafen von

B.-T.-R. sind Nachkommen des 1877 j- Grafen Friedrich,Bruders des ersten Fürsten dieser Linie. Die Kugelnsind das Stammwappen, die Herzen das der GrafschaftTecklenburg, der Anker bedeutet: Grafschaft Lingen, derschwarzbewehrte rothe Schwan die Grafschaft Steinfurt,der blaugekrönte rothe Löwe im silbernen V. Felde dieGrafschaft Hohenlimburg. Im Herzschild sind die zweiBalken das Wappen der Herrschaft Wevelinghofen, dermit drei goldenen Ringen umgürtete schwarze Löwe,dessen Schwanz in goldener Rose endet, das der Herr-schaft Rheda, die Bärentatzen das der Grafschaft Hoya(von welcher sie Antheile besitzen), der silberne Löweim rothen Felde das der Herrschaft Alpen, der goldeneLöwe im rothsilbergetlieilten Felde das der HerrschaftHelpenstein und die fünf goldenen Balken im rothen Feldedeuten auf die dem Geschlechte ehedem zustehende Erb-vogtei der Stadt Cöln. Helm I gehört zum Stammwappen,der Pfau zu Teclclenburg-Lingen, der Schwan zu Stein-furt, der Löwe zu Hohenlimburg.

Wir haben das Wappen nach mehreren überein-stimmenden älteren Siegeln directer Vorfahren ge-geben, bemerken hierbei zugleich, dass der Varianten un-zählige sind und gerade diesem weder heraldisch nochhistorisch richtig-geordnetem Wappen eine Neuordnungdringend Noth tliäte.

Tyroff, Bayer. Wpb. XV. I, gibt, da die Gräfl.Linie in Bayern am 26. December 1844 immatriculirt ist,das Wappen mit folgenden Abweichungen von unsererDarstellung, von denen einige unbedingt unrichtig sind:»die Kugeln 4, 4, 3, 2, I gestellt, Schwan ganz roth undauf Helm III flugbereit und stehend (nicht schreitend).Der Löwe in IV des Herzschildes doppelschweifig. DerMohr auf Helm I als weissbärtiger Mann (!). Der Löweauf Helm IV ungekrönt, ganzer Figur (!), als Schildhalter