einen gespaltenen Schild, vorne Prus II., hinten das pol-nische Stammwappen Mora: eine weibliche Mohrenbiistemit silberner Stirnbinde rechtsgekehrt im (hier) blauenFelde; oben der Helm von Prus II., der Arm aber einenTürkensäbel schwingend.
Bayrstorff. Ein Plelmkleinod ist unheraldischer"Weise nicht verliehen, obwohl der »Löwe wachsend ausdem Helme« doch sehr nahe gelegen hätte.
Bakowski (sprich: Bonkowski). Diese Familie isterst hier gegeben worden, weil im polnischen Alphabetder Buchstabe q (om oder on ausgesprochen) erst hinterdem a folgt; ähnliche Fälle werden sich, was wir hiergleich zur Nachachtung mittheilen, auch noch da wieder-holen, wo der polnische Buchstabe e (em oder en aus-gesprochen) vorkommen wird, da dieser hinter e rangirt.
Das (polnische) Stammwappen (Jaxa oder Gryf) istder goldbewehrte silberne Greif im rothen Herzschilde,um dasselbe sind (nach polnischer Sitte) die vier Ahnen-wappen, nämlich die polnischen Stammwappen: I. Junosza(goldbewehrter, blutbespritzter [sie!], schreitender — rec-tius »stampfender« — silberner Widder auf grünem Bodenin Roth); II. Jelita: drei in Sternform verschränkte gol-dene Lanzen, die mittlere gestürzt; III.Beiina: gestürztesgoldbegriiftes silbernes Schwert zwischen drei (zwei, eins)abgewendeten silbernen Plufeisen, und IV. Piatyr: dreiin Sternform verschränkte goldbegriffte silberne Schwerter,die äusseren gestürzt, auf der Kreuzung belegt mit grünemschrägrechtsgestellten Apfel, auf dem ein goldenes Ordens-kreuzehen steht, gruppirt. Von den vier Helmen gehörtI zu Feld II, II zum Stammwappen (der Greif hier roth-geflügelt), III zu Feld I, IV zu Feld III. — Siegel zeigenoft nur Helm II, das Bild dann umgekehrt.
Die Familie ist wohl zu unterscheiden von eineranderen gleichnamigen (Westpreussischen) Familie, welchedem polnischen Stamme Rys angehört, als Wappen einenLuchs und den Beinamen: Kostitz führt.
Beckers zu Westerstetten. Aus dem Stamm-wappen ist lediglich die im unteren Felde des Herz-schildes befindliche goldene Lilie zurückgeblieben; imübrigen ist letzteres das des f Geschlechts von Wester-stetten; das Wappen Beckers hat die unerhörtesten Um-wandlungen durchgemacht (cfr. Gritzner, Standeserhebun-gen und Gnadenacte deutscher Landesfürsten der letztendrei Jahrhunderte).
Ausnahmsweise gibt Kneschke, Grafenhäuser, dasWappen ziemlich correct (nur sehen rectius die Schildhalternach einwärts und stehen auf grünem Rasen, Adler aufHehn I ungekrönt, der Widder schreitet).
Behr (auf Behrenhoff und auf Bandelin). Die beidenGräflichen Wappen unterscheiden sich nur dadurch, dassdie Schwänenrümpfe der Behrenlioffer Linie rothe Schnäbelmit schwarzen Ansätzen, die der Bandeliner Linie aberganz weisse, und zwar etwas gebogene Schnäbel haben,daher mehr Reiherköpfen ähneln.
Behr-Negendank. Feld II und III ist das der f
Pommerschen Familie von Negendank; hierzu gehört das
stahlblau geharnischte, mit goldenen Verzierungen undSporen versehene Mannsbein auf Helm II.
Beilstein. Die Erhobene, Antonie Freiin von Leykam(geb. T 5-August 1806, f 17.Januar 1829), war seit S .Januar1827 vermählt an den k. k. Haus-, Hof- und StaatskanzlerFürsten Metternich. Ihre Eltern waren: Ambros Freiherrvon L. und Julie, geb. Caputo de' Marchesi della Petrella.Ihrem Stammnamen und Wappen musste sie entsagen underhielt statt dessen den obigen Namen (ein Beiname derMetternich) und das Beilstein'sche Wappen.
Beissel von Gymnich. Der schwarze Turnierkragen,das Beizeichen der jüngeren Linie, könnte jetzt, nach Er-löschen der älteren, füglich in Wegfall kommen; die imDiplom unheraldisch linksgekehrte Ente (Wildente natür-licher Farbe mit goldenen Waffen) haben wir heraldischrichtiger dem Helm accommodirt. Nach Siegeln sind der-zeit zwei Löwen auf grünem Rasen als Schildhalter ge-bräuchlich, ohne jedoch im Diplom verliehen zu sein.
Belcredi. Bereits d. d.Wien 5. Juli 1721 hatte KaiserKarl VI. dem Don Carlo B. den Marchesestand verliehenund ihm d. d. Laxenburg 15. Mai 1726, um die Rechtedarauf besser begründen zu können, die Lehen: Robbio,Vinzaglio, Casalino und Pizinengo verliehen; die k. k.Oesterreichische Bestätigung des alten Adels und desMarchesestandes (diesen jedoch nur nach der Primogenitur)erhielten d. d. Wien 19. November 1816 Marchese Karl B.,lc. k. Kämmerer, und Sohn Franz. Von diesem dürfte dieMarchesenlinie abstammen; dieselbe führt den Adler imSchildhaupt, wogegen nach dem Böhmischen Grafen-diplom de 1769 alle drei Felder gleich gross sind.
Siegel zeigen den Schild auch ohne die Greifen undmit nur einem Helm, aus dem der goldene Löwe wächst;dahinter schwebend ein Band mit der Devise: Et a do-mino tactum (factum?) est (unleserlich — istud?)
Beldi. Das gräfliche Taschenbuch de 1877 gibtein geviertes Wappen an, nämlich I: in Blau das Bein,das Kniegelenk rechts (der Pfeil ist gar nicht erwähnt);II: in Roth ein schwarzbewehrter auffliegender silbernerSchwan auf grünem Boden, schrägrechtsgestürzt von natur-farbenem Pfeil mit silbernem Flitsch am Halse durch-bohrt; III: in Roth ein aus einer auf grünem Dreibergruhenden goldenen Krone wachsender linksgekehrter gold-bewehrter silberner Steinbock; IV: in Blau ein silbernerStern. Keines der uns vorliegenden Siegel zeigt dieseZusammenstellung, daher dieselbe willkürlich sein dürfte.
Beleznay. Der Gegrafte hatte erst d. d. Wien3. October 1800 den Ungarischen Baronstand erhalten.Der Hirsch ist naturfarben, der Ungar grüngekleidet mitgoldenen Verzierungen, das Halsband des Hundes aufHelm III: blau mit goldenem Bord und Ring, die Fahnen-stangen braun mit rother Quaste und silberner Spitze.Siegel zeigen auch alle Thiere rechtsgewandt, den Hirschauf schwarzem Boden.
Belgrado. Alphons Conte de B. aus Friaul erhieltd. d. 9. Mai 1829 eine k. k. Oesterreichische Bestätigung
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