linie zeigen auch die Felder des Hauptschildes verwechselt,die Adler alle ungekrönt und rechtssehend, Abweichungen,welche wohl Irrthiimern der Siegelstecher entsprungen sind.)
Van-Axel Castelli. Das Grafenstandsdiplom wurdedem Vincenz Peter V. A. C., Patrizier von Venedig, auseinem dorthin von Brabant gekommenen Geschlechte er-theilt. Im Diplom ist das "Wappen, wie angegeben, er-tlieilt, doch scheint — nach Rietstap arm. univ., nouv.üdition — das Wappen auch, wie folgt, vorzukommen:Geviert mit Herzschild, darin der rothe Sparren in Gold.
I und IV wieder geviert; a) und d) in Silber derrothe Schräglinkbalken, b) und c) in Blau die drei gol-denen Lilien, mit rothem Obereck, darin der silberne Adler(van Axel'sches Stammwappen).
II und III gleichfalls geviert; a) und d) in Goldder schwarze Adler, b) und c) in Blau ein hier als sil-berner schwarz-bethorter Thurm, im Diplom als drei-thürmiges steinfarbenes Castell mit holzfarbenem Thorbeschriebenes Bild des VI. und VII. Feldes (Wappen desGeschlechtes Castelli).
Bacquehem. Das Stammwappen ist der rothge-gitterte goldene Schild; das grüne Freiviertel mit demmit drei schwarzen Merletten belegten silbernen Balkenist das einer d. d. Valenciennes 22. Februar 1600 in denFranzösischen Ritterstand erhobenen, von den Bacquehembeerbten Familie v. Boubais (nicht Boubaix). Der Helm-sclimuck des Wappens dieser Familie war eine schwarzeHerlette zwischen offenem Fluge, rechts silber, linksschwarz. (Folglich ist die Führung dieses letzteren Wap-pens seit anno 1150 eine Mythe!)
Die Devise, rectius Cri: Neufville Neufville führtdie Familie wegen der angeblichen Abstammung aus demHause der Neufville-Witasse.
Bacinetti. Dies bisher noch nirgends publicirteWappen ist nach dem Päpstlichen (nicht Reichsgrafen-)Diplome de 1697 wiedergegeben. Das älteste Siegel de 1306zeigt im von Roth über Blau linksschräggetheilten Feldeeinen Topfhelm, welcher bereits 1450 die Form der Sa-lade, wie sie jetzt wieder, entsprechend dem Namen(Salade oder Bassinet ist die eigenthümliche Helm-form, wie sie im 15. Säculo gebräuchlich war) geführtwird. Ein Siegel de 1556 zeigt dagegen den etwa derSalade gleichzeitigen »Eisensturmhut«.
Doch dürfte der Bassinet, schon des Namensan-klanges wegen, die richtige Form sein.
Der Schild steht innerhalb einer Bronzeumrahmung.Die Fahnen und das untere Feld sind erst durch dasGrafendiplom hinzugekommen.
Badeni. Das Geschlecht gehört dem polnischenStamm Boiicza an; ein Oesterr. Grafendiplom d. d. 2. De-cember 1825 für Franz v. B. ist im Wiener Adelsarchivnicht vorhanden.
Baillet und Baillet-Latour. Ueber diese Familiehaben unwissende Genealogen derartige Unrichtigkeitenverbreitet, dass es, auf Grund amtlicher Auskunft, welcheübereinstimmt mit den Angaben von Vegiano-Herclcenrodeund der »Liste des titres«, nothwendig erscheint, das
Richtige hier wiederzugeben: Maximilian Anton Bail-let erhält d. d. Madrid, 1. September 1674 von KönigKarlll. von Spanien den Niederländisch-Spanischen Adel-stand. Sein jüngerer Sohn, Christoph Ernst de B., wirdd. d. Wien, 10. März 1719 von König Karl VI. in denErbländisch-Niederländischen Grafenstand erhoben, mitder Massgabe, dass in Ermangelung männlicherErben die Grafenwürde auf die Descendenz seines älte-ren Bruders übergehen sollte. Dieser Fall trat ein, denndieser erste Graf starb 1722, anscheinend überhaupt nichtvermählt. Inzwischen war sein Bruder, Jean Baptiste,wie auch dessen ältester Sohn, Maximilian Anton, ersterseigneur de la Tour, gestorben, und so erhob denn Kai-serin Maria Theresia mittelst Diplom d. d. 6. Mai 1744 desLetzteren Sohn, Jean Baptiste Alexandre Antoine de B.,seigneur de la Tour, in den Erbländisch-NiederländischenGrafenstand als »Baillet de la Tour«. Sein Sohn, Maximi-lian, hatte unter Anderem zwei Söhne; von diesen stifteteJoseph (f 1831) den in Oesterreich blühenden, Ludwig(f 1836) den in Belgien am 18. April 1882 (mit seinemSohne George) erloschenen Belgischen Ast derLinie Baillet de la Tour.
Dagegen wurde die noch heutigen Tags in zahl-reichen Sprossen bestehende Belgische Linie der GrafenBaillet (ohne Beinamen) gestiftet von des oben erwähntenJean Baptiste de Baillet's jüngerem Sohne: BonaventuraServais Francis de B., welcher d. d. 19. (nicht 10.) Juli1 752 gleichfalls den Erbländisch-Niederländischen Grafen-stand erhielt.
Das Wappenbild ist ein Segel, das HelmkleinodKopf und Hals einer naturfarbenen Hindin (Hirschkuh),nicht Rossrumpf! In den drei Grafendiplomen ruht aufdem Schilde die Grafenkrone. Die schildhaltenden Adler,naturfarben, auf einem Piedestal.
Woher die Wappenvermehrung bei Tyroff, Oesterr.Wpb., Band 27, Tafel 6, mit einem s. Felde, worin dreiblühende Disteln, kommt, ist unbekannt. Auf Siegeln derB.-L. findet siclitheilweise die Devise :VOUS PERDEZ TEMPS.
Balbi-Porto. Wie bei vielen italienischen Wappen,ist der in Folge der dort üblichen ovalen Schildform ge-bogene Balken weiter vererbt und durch das Grafen-diplom bestätigt worden. Letzteres erhielt Johann Mat-thias und Neffe Nicolaus, Patrizier von Venedig; letztererk. lt. Schiffsfähndrich. Des Nicolaus' Vater, Venetiani-scher Gouverneur von Zante, hatte die Güter der f GrafenPorto in Vicenza geerbt und deren Namen mit demseinigen verbunden. Uebrigens war das Wappen derGrafen Porto in Vicenza ein von rothbewehrtem schwarzenDoppeladler überhöhter silberner (Wechsel-) Wogenbalkenim goldenen Felde, während das Stammwappen Balbiden letzteren (ohne Adler) silbern im blauen Felde zeigt.
Balduini de Capris. Das Thier ist eine blaueZiege (capra) mit silbernem Schuppenhalsband, der Dracheauf Helm I grün und golden, Wulst und Decken alle blau-weiss, mit etwas roth, die Helme golden (sie!).
Ballestrem. Die Familie bedient sich des BeinamensCastellengo, welches Stammschloss in der Grafschaft Casale-Montferrat in Piemont gelegen ist, und die Genealogen