Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
Seite
491
Einzelbild herunterladen
 

491

1704 zu Cossenblat an der Spree in der Mark Brandenburg, bishernicht genau bekannt war. Als Kenner und Freund der Geschichteund der Htllfswissenschaften derselben hat übrigens Herr General-Major v. Barfus-Falkenburg die besondere Güte gehabt, den Ver-fasser dieser Schrift mit drei älteren Siegeln seiner Familie undeiner alten Zeichnung des Wappens bekannt zu machen, derenBeschreibung mit grösstem Danke für die Mittheilung derselbenhiermit folgt: das Siegel des Hans Barfte von 1394 zeigt im run-den Schilde drei (2 und 1) mit den Zehen rechts gekehrte Fiisse.Dagegen ergeben die Siegel des Kuno Barft von 1525 und desMelchior Barfus von 1540 im Schilde einen Querbalken, welcher mitdrei neben einander stehenden, rechts gekehrten Füssen belegt ist.Heber und unter dem Balken schweben in zwei Reihen sieben (in deroberen Reihe 4, in der unteren 3) Blutstropfen, welche letztere somitschon im 10. Jahrhunderte von der Familie geführt wurden. Im Sie-gel des Melchior Barfus sind unter dem Balken acht (4 u. 4) Bluts-tropfen zu sehen. Das erste dieser Siegel hängt an einem Kauf-briefe, in Folge dessen Hans Barfte 1394 mit mehreren EdelleutenStadt und Schloss Köpenick bei Berlin kaufte; das zweite findetsich an einer Urkunde, laut welcher Kuno Barft, Herr zu Malchowbei Berlin, 1525 einen Streit mit dem Abte des Cislerzienser Klo-sters Lehnin schlichtete, und Melchior Barfus, Comthur des Johan-niter-Ordens zu Schievelbein, war Landvogt der Neumark, Geh.Rath des Kurfürsten Joachim I. von Brandenburg und unterzeich-nete als Gesandter auf dem Reichstage zu Augsburg die Protesta-tion für den Kurfürsten von Brandenburg. Die oben erwähntealte Zeichnung ist eine Copie des Wappens derer v. Barfus zuWintersheim bei Alzei in der Rheinpfalz, wie dasselbe vom Jahre1468 in dem grossherzogl. badenschen Staatsarchive zu Carlsruhevorkommt. Im schwarzen Schilde, welches mit 13 goldenen Schin-deln bestreut ist, steht rechts gekehrt und im Knie eingebogen einOber- und Unterschenkel mit Fuss von natürlicher Farbe. DerHelm trägt einen offenen Adlersflug, welcher auf jedem Flügel mitsieben goldenen Schindeln bestreut ist, und die Helmdecken sindschwarz und golden. Die pfälzische Linie derer v. Barfus zu Win-tersheim blühte begütert von der Milte des 14. Jahrhunderts an inder Pfalz, erlosch aber Ende des 16. Jahrhunderts. Um diese Zeiterwarb auch ein Zweig der Familie in Oesterreich die FreiherrschaftEngelstein zwischen Weitra und Zwetl und vereinigte mit dem an-gestammten Wappen das Wappen der Baronie Engelstein. So eilt-