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[Hauptbd.] (1824)
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Lycopolis, wo dieser Sieg entschieden wurde, den Wolf, der auf vielenägyptischen Münzen dem Horas- Apollo zur Seite steht, und sogar zu Delphifür heilig galt l ).

Wenn man nach diesen Erklärungen die Bildwerke des ammonischenHeiligthums in einen Ueberblick zusammenfallt, so entdeckt sich in ihnenein überraschender Zusammenhang. An der Vorderseite waren die Dedica-tion des Tempels, die Symbole seiner Heiligkeit und die Gebräuche, mitdenen man ihm sich nahen soll, dargestellt. An den äufseren Seiten fandenwir die Geschichte des Kampfs, wodurch Amnion seinen Feinden obsiegteund die Herrschaft errang. Im Innern enthielt die obere Reihe zur Rechtenden nach überstandenen Kämpfen den Thron einnehmenden Ammon unddie Götter, die, als seine Genossen und Kinder, Mitinhaber des Tempelssind; die zur Linken dagegen die höchsten Priesterwürden und die gegenAmmon feindseligen Gottheiten, denen er nach ihrer Bezwingung sichgnädig erwies. Im mittleren Streifen ist das Opferritual des Tempels unddie Ordnung des Gebets, in Priestern und heiligen Frauen dargestellt, wobeiauch der gedemiithigten Götter nicht vergessen ist. In der untersten Reihebefand sich zur Rechten der Tod des Osiris und die Trauer um ihn; zurLinken die Besiegung Typhon's, des letzten Feindes, durch Horas. AlleBildwerke des Tempels bildeten also einen vollständigen Cyclus heiligerLehre, in symbolischen Figuren dargestellt; das Gotteshaus selbst wargleichsam das Lehrbuch des priesterlichen Unterrichts.

Die Kleidungen sind überaus einfach; denn obgleich Denkmäler beweisen,dafs den Aegyptern der Luxus kostbarer Gewänder nicht unbekannt blieb,so behielt man doch stets in der Darstellung der Götter die durch uraltenGebrauch geheiligte früheste Tracht hei, die wenig mehr als die nothdürf-tigste Verhüllung gewährt. Alle Männer haben blos einen Schurz, odervielmehr eine kurze Schenkelbekleidung, deren Gürtel hinten herabfallt.Man hat in den Gürtelenden einen thierischen Ansatz und sogar das Vorbild

1) Aelian. H. An. XII, 40.