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[Hauptbd.] (1824)
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Nach Strabo verehrten die Thehaiten und Saiter das Schaafgeschlecht '),und Münzen bestätigen diese Angabe; der Minerva wie dem Ammon wardas Himmelszeichen des "Widders geheiligt 2 ): da nun der Gott von Thebenaus diesen Gründen mit dem Widderkopf erscheint, so ergiebt sich darausfür die Bildung der Saitischen Göttin eine nicht abzuweisende Folgerung.Der widrige Nebenbegriff, der uns auf den ersten Blick eine solche Darstel-lung der Minerva bedenklich und unangenehm macht, verschwindet bei derBetrachtung, dafs eben in dieser symbolischen Bildung der mannweiblichen 3 )Sonnenmutter der Ursprung des Glaubens zu suchen ist: Minerva sey dieVorsteherin aller Webereien und Wollenarbeit 4 ), die friedliche Werk-meisterin. An dem erhaltenen Friese des Tempels, welchen Domitian ihr zuRom an dem Forum, welches davon das palladische hiefs, errichtete, sehenwir noch jetzt alle Arbeiten der Wollebereitung in schönen Reliefs dargestellt.Selbst in griechischen Werken der höchsten Kunst sind auf dem Vorsprungedes Helmes der Minerva nicht selten Widderköpfe gebildet 5 ); in welcherBeziehung, bedarf jetzt keines Zwistes mehr.

Ob übrigens die Tempelstatue der Minerva zu Sais, mit jener geheimnifs-vollen Inschrift, durch den Kopf des ihr geheiligten Thieres bezeichnet war,kann niemand zu behaupten sich getrauen; ihre Bildung war Mysterium.Nur selten erblicken wir die Isis mit dem Kopfe der ihr geweihten Kuhausgestattet, gewöhnlich erscheint sie in rein menschlicher Bildung; Osirisund Horus werden falkenköpfig dargestellt, aber auch ganz als menschlicheKönige. Für die Dichtigkeit der Auslegung des uns jetzt beschäftigendenWesens, als Minerva, bürgt übrigens die Sonnenscheibe auf dem Haupte derGöttin, die als Mutter des Helios schon oben genannt ist. Wir werden im

1) Strabo XVII. pag. 812. Herodot. II, 42. Clem. Alex. Protr. p. 25. Sylb.

2) Manilius II, 439. IV, 124 — 135. 3) Horapollo I, 12.

4) Ovid. fast. III, 817 — 822.

5) Z. B. an einer schönen Büste der Minerva 'im Pio-Clementinischen Museum, bei derenAuslegung Visconti zweifelhaft ist. Auch ein Paar Minervenköpfe der Königlich Preufsischen Samm-lung haben jene symbolische Helmzierde.