Druckschrift 
[Hauptbd.] (1824)
Entstehung
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Herr Boghos Jousouff , Minister-Staatssekretär und erster Drago-mann seiner Hoheit, stammt aus einer alten, sehr ansehnlichen armenischenFamilie, Namens Abro in Smyrna, deren Mitglieder seit zwei Jahrhun-derten ausgezeichnete Stellen, theils in ihrer Vaterstadt, theils in Constan-tinopel bekleideten.

Seine diplomatische Laufhahn begann Boghos bereits im zwanzigstenJahre seines Alters, indem er als Dragomann der erhabenen Pforte hei demGrofsvizier Jousouff - Pascha , der die Armee von Aegypten befehligte,angestellt wurde. Nach der Räumung Aegyptens durch die Franzosen

kehrte er mit dem Vizier nach Constantinopel zurück, wo er, als Belohnung

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für seine Verdienste, die Anstellung als Dragomann hei Ali-Pascha , dereinstweilen zum Pascha von Aegypten ernannt worden war, erhielt. Aufdiesen folgte Kurschid-Pascha , und im Jahre 1805 Mehemed -Ali-Pascha , der jetzige Vizekönig.

Seit dieser Epoche dient nun Herr Bogiios diesem Herrn in den obengenannten Würden, und verbindet damit die oberste Leitung aller innernund äufsern commerziellen Verhältnisse des Landes. Er steht diesen man-nigfaltigen Dienstverhältnissen mit dem gröfsten Eifer vor, und ist seinemHerrn mit unverbrüchlicher Treue ergeben. Er ist geschmeidig und äufsersteinnehmend, so dafs es ihm leicht wird, jedermann für sich zu gewinnen.Mit grofser, natürlicher Sanftheit des Charakters verbindet er die angenehmenFormen eines feinen Hofmanns, und scheint sonach ganz für seinen Postengeschaffen zu sevn, der viel Einsicht und eine grofse Behutsamkeit unumgäng-lich erfordert. Man rühmt seine Umsicht in Geschäften, und er spricht mitFertigkeit acht Sprachen, aufser fünf orientalischen auch drei europäische.

Da er die Handelsangelegenheiten leitet, einen gewissen Antheil, alsTantieme, vom Pascha erhält, und aufserdem für eigene Rechnung Handeltreibt, so spricht man mit Verwunderung von dem bedeutenden Vermögen,welches er besitzen soll. Allein er macht den edelsten Gebrauch davon.Er unterstützt die Bedürftigen jeder Nation und jedes Glaubens, und beson-ders haben die Europäer ihm viel zu verdanken. Wie manchen verlorenen