19
Speculanten, deren unzählige jetzt nach Aegypten ziehen, rifs er durch seinekräftige Unterstützung aus dem Verderben! Keinen, der seinen Schutz undseine Hülfe anspricht, von welchem Stande er seyn mag, läfst er unbefrie-digt von sich. Gegen Fremde, die jener Hülfe nicht bedürfen, ist er zuvor-kommend artig, und bietet gern alles auf, um ihnen gefällig zu seyn. Ichmeiner Seits kann seine Gefälligkeit und zuvorkommende Dienstwilligkeit,sowohl gegen mich, als gegen die mich begleitenden Gelehrten, von demAugenblick meiner Ankunft in Aegypten bis zu dem meiner Abreise, nichtgenug rühmen, und werde ihrer stets dankbar eingedenk seyn.
Seine glänzende Lage ist indefs nicht in jeder Rücksicht zu beneiden.Vom Anbruch des Tages bis Abends spät mufs er dem thätigen Vizekönigzur Seite stehen, und unterliegt beinah den Geschäften. Seine ehrenvolleStelle und sein Reichthum wird von vielen Muselmännern mit mifsgünstigemAuge betrachtet, da er nicht ihres Glaubens ist. Er zählt gegenwärtig erstvierundvierzig Jahre, und da er von kräftiger Constitution ist, so steht zuhoffen, dafs dieser den Europäern so werthe Mann seinem ehrenvollenPosten noch lange vorstehen werde.
Der einzige Bruder des Herrn Boghos , Herr Peter Jousouff , istKaufmann und Agent des Vizekönigs in Triest, und geniefst ebenfalls denRuf eines wackern Mannes.
Eine zweite Person, die das Vertrauen des Paschas geniefst, und seiteiniger Zeit abwechselnd mit Herrn Boghos , wenn diesen Geschäfte abhal-ten, die Stelle eines Dragomanns bei seiner Hoheit vertritt, ist der ehe-malige grofsherrliche Schiffs -Capitän, gegenwärtig Admiral der Flottilledes Vizekönigs, Herr Gibraltar ; derselbe, der als Agent des Paschaslange in Europa, besonders in Schweden sich aufhielt. Er ist ein gebil-deter, einsichtsvoller Mann, der überall, wie er es auch verdient, mit grofserAuszeichnung behandelt wurde, und dessen Gefälligkeit gegen mich ichebenfalls nicht genug rühmen kann.