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Ergänz,»
I stellt das Rathhall- und den untern Theil des Schron-uenplatzcs in München dar.
Da wir bereits zu der in Heft IX. Xr», ü. gegebenen Ansicht desobern Theils des genannten Platzes auf die Hauptmerkwürdigkeiten desselbenim Allgemeinen aufmerksam gemacht haben; so fügen wir hier, mit Ver-weisung auf das dort Angemerkte, nur noch das hinzu, was gerade derhier dargestellte Theil des Schrannenplatzes darbietet.
Dahin gehört vor Allem das Rath Haus, besten Hauptjeite freilichgegen Abend nach dem ehemaligen Marktplatze gerichtet ist. Das Rathhausist ein durch sein Alter merkwürdiges Gebäude, indem der Hintere Flügeldesselben noch der Burg angehört haben soll, die Heinrich der Löwe erbaute.Der 105 Schritt lange und 58 Schritt breite Saal des Rathhauses hateine hohe gewölbte Decke, an deren Gesimse ringsum 100 Wappen europäi-scher Herrscherfamilien und Städte abgebildet sind. In diesem Saale wirdalljährlich die Preisvertheilung an die Schüler der deutschen Stadtschulenvorgenommen; auch werden hier immer die Preisfahnen aufgehängt, welchebei dem Octoberfest vertheilt werden. Hier wird ferner der Wollmarkt ge-halten, und zur Zeit der beiden Messen oder Dulten verkaufen hier die Tuch-macher, aber nur in ganzen Stücken. Das Rathhaus hat auch noch einenkleineren Saal, in welchem, sowie im Vorsaale, die Geräthschaftcn unddie ganze Einrichtung noch dieselben sind, wie sie in den ältesten Zeitenwaren; auch sieht man in demselben die vier Thore des alten Münchensabgebildet.
Der neben dem Rathhause stehende und jetzt dazu gehörige Thurmwar ehemals ein Stadtthor, das untere oder Thalbrückenthor genannt.
n g s b a l t t.
Rechts von demselben schaut die Spitze der heiligen Geistkirche hervor,welche im Jahr 1730 verschönert und mit einem Thurm versehen und daraufim Jahr 1731 neu eingeweiht wurde. Das zweite Haus rechts von demRathbause soll zur Wohnung des edlen Schwedenkönigs Gustav Adolf,bei seinem hiesigen Aufenthalte im Jahr 1032, gedient haben; wenigstenssind noch jetzt zur Erinnerung dieser ehrenvollen Auszeichnung drei gemalteKronen an demselben zu schauen.
Noch ist als Merkwürdigkeit dieses Platzes der links befindliche Fisch-l>run neu zu bemerken, in welchen alljährlich am Fastnachtsmontag untervielen altherkömmlichen Feierlichkeiten von den jungen Metzgerburschen dersogenannte Metzgersprung geschieht.
Xr», 2. stellt das A-rlsthor in München dar, welches zu den alter-thümlichen Theilen der Stadt zu zählen ist. Es trägt den Nomen des un-vergeßlichen Karl Theodor; auch sieht man an demselben das Reichsvica-riatswappen zum Zeichen, daß Karl Theodor zweimal Reichsverweser war.Der schöne Halbkreis von Häusern, der sich rechts und links an das Karls-thor anschließt, das sogenannte Rondell, wurde 1700 zu bauen angefangenund 1802 vollendet. Vor dem Karlsthor befindet sich, sowie vor den übrigenThoren, ein freier Platz, der sogenannte Karlsplatz, der sich würdig andie freien Plätze in der Stadt anschließt. Auf demselben werden währendder zwei alljährlichen Messen Buden mancherlei Art aufgeschlagen, als!für die Kunstreiter, die Menagerie wilder Thiere, die Wachsfiguren, Tisch-lerwaaren u. s. w.; auch befindet stich vor dem Karlsthore der Hafcnmarkt,zu welchem die Verkäufer fast alle von den Provinzialstädten, selbst bis vonPassau her, kommen.