Druckschrift 
Fama || Avstriaca : Das ist/ Eigentliche Verzeichnuß denckwürdiger Geschichten/ welche sich in den nechstverflossenen 16. Jahren hero biß auff vnd in das Jahr 1627. begeben haben. Darin sonderlich die Böhmische Vnruhe vnd Außgang derselben/ neben viel andern sachen so sich fast in der gantzen Welt zugetragen/ erzehlet werden Sampt einem kurtzen Stam[m]Register deß Hochlöblichen Hauses Oesterreich
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

56

Gedenckwürdiger Geschichten

Königreichen aber im Andern.Ebener Mas-sen auch in den Brieffen vnnd «.euerlall-bus deß Königs V Vlaclizlsi, Vnscrs gclicb-sten DermVattcrs/ löblichster Gedccht-nuß/außtruckentlichZufindcn/vnnd zu lesen/So Gott der Hcn den König Ludwig/ oh-ne Erbendurch Mittel deß Todts wegneh-me/das alßdann nach rechten/ t^c, nttimrio-ncn, Freyheiten vnd llriuilcZicn dcü Kö-nigreichs Böhemb Königin Anna/Vnsercvielgeltebste Gemahlin/ rechte Erbin deßKönigreichs bleiben solle. Welcher BricffeDatum ist / auff dem Königlichen SchloßPrag/Freytag nach der H. Drey Könige/»m Jahr. ,510. seiner Königreich aber deß^ungarischen im -o.dcßBöhmischcn im zs.

IN Betrachtung) dieses alles haben dieStände ermeltcn Königreiches Böhmen/offtgcdachte vnscre gel iebte Gemahlin / alsein rechte Erbin vnd Königin dieses König-reichs/ nach Inhalt eben desselben König-retchsRechtcn/^onttirutioncn vnd Frey-heiten/demütig erkennet vnd angenommen:Vnd vnsere Person / nach vnscrem Weibals einer rechten Erbin / auß ihrem freyenvnd geneigten Willen/zu Ihrem König/er-wehlct vnd auffgenommcn? welcher derStände Freywllllgkcit/vnd vnsercr PersonZumKömgErwehlung vnd Auffnchmung/ermelten Srändtcn/ihren Erben vndNach-kömlmgen/ wie sambtvnscrn Erben / vnnd5uccelloribus mit Königlichen Gna-den erkennen vnnd vergelten wollen. Gege-ben auffvnsermPrager Schloß Erichtagnach^eZicjjj, Jahr von der Geburtdeß Sohns Gottes/ ein tausem fünffhun-

dertVNd ^unffvndviertzigVnsererRcicha-ber/deß Römischen im 15 .VN Anderer im

Auß der Vrsachcn aber bekennet Er/ wasseinePerson antrifft/daß er auß frcycnWil-lenerwehlct worden/weil dasErbrccht nichtsein / sondern seiner Gemahlin Annce gcwe-sen:Er aber durch guthcissen deßK ömgreichshabe müssen angenommen werden. Als aberauß gegebener Gelegenheit deß Kriegs / sowider Daus Fnderich Herzogen Zu Sach-sen geführet worden/ in heimlichen Außm,-mcnkünfften/etliche An,ekel Zu nachchc.ldcßKönigs gemacht worden / vnter tvelchcnauch einer gewesen/ daß man den Erben deßKönigreichs nit solle schweren/wie auch bey4ebsZcitcndcß Königs die Erben nicht krö-ncn:Mit angehenckter Vrsach/ dieweil sol-ches der freyen Wahl prsejudicirlich vnndnachtheilig/welche ihnen auß Recht Zustehevnd gebühre: Hat nach gestiltem TumultKönig Ferdinand/Anno >547. denc Stän-den einen genm nen Landtag zu halten anbe-foblen/vnnd sich wegen der Vnbilligkeit/murmelten Artickuln begriffen/Zum höch-sten beschwereuVnd ist endlich in gesagtem

Landtag beschlossen worden/ daß forthin dieStände deß Königreichs / nach Inhalt dergüldenen Bullen KeyscrsLaroli l v. Dis-position ^iaälzla,/ vnd des Revers seinerMafcstctfmJahr>54,5. geben/ sich gegenden Erben seiner Ä?aicstat verhalten sollen/Vnd alsoscend diese drey vipiomala, mitEinwilligung der Stände / von ihrerMaiestct forthin Zur Norm vnd Grund derSuccession gesetzt worden. Daß aber auchsolches Zuvor cm dergleichen Gesetzt gewe-sen/ist an vielen Drtcn in den conttirurio-nil)U5 deß KönigreichsZu finden.DicWortder ermeltcn deß Landtags Satzung/ lautenalso:Nach dcm die Königliche Mas. denenStänden/belanget I.M. Erbe/lassen für--tragen: Dieweil Keyscrs Laroll iV.Glor-würdiger Gedächtnußz/ gitldene Bull vnndvviallizlai. Gloi würdiges angedenckcns/MaicstätBrieff/Zuglcich auch irerK dingli-chen Masest.Revers denen Ständen cingc-hcndigct/dessen Datum ist auffdem PrägerSchloß Mttwoch nach deß Iars

VI. ll)c Xl^V. klarlich in sich bcgreiffe»i/wicsich dicsesKönigreich gegen seiner Mai.Er-ben verhalten solle: Als seyn dicStandc all cZugleich vbere-n kommen/vnd haben verord-net/daß man von der güldenen Bull Mafe-stätBricff vnd Revers nicht solle abweichen.Also daß sie sich gedachter güldenen Bull/Maicstät Briefs vnd Revers gegen sei! erMaiestat Erbet»/ sollen gemäß verhaltenvnd bequemen.

Ine springen sie vnZeitig ein/vnd treibenHefftig/Keysers llerclin^! l. Erben seyendurch freye Wahl der Stände angenom-men worden/nemlich die DurchleuchtigstcKönigen Vlzximilisnuzl.vnd N.uciolpnnsII.Wclchessie daher bcstättigen. Dann sa-genSie/beräinanäuzhatfür seinen cltestenSohn iV! zXlmjIizn 0: dieser für llmiä ciIpll 0auch dc>iiElfcstc/vnd dieser für seinen Bru-der .VtZrcnm, gebctten/daß sie von denenStänden angenommen vnd gckrönck wür-dcn.Wann sieabcr lure vnd Erblich succc-diret/was ist von nöhkcn gewesc/solches bit-tcndZu begehren^ hett können gnug seyn/daßsie von ihren Vättern für Erben declarirtgewesen.Vn daß noch nlehr.-So haben diesealle/auff solche weise erwehlet/dencn Stäti-den dcß Königrcchs R.cueriales gegeben.

Aber bitten vnnd Begehren/ ist dem er-worbenen Recht nichts nachthesiig. Dannes kan sich begeben/daß auch wider das kla-re Recht/ thätlich Beschwerligkeitcn für-fallen/ wie wir täglich dergleichen Exem-pel sehe»,/ sa von denen Denen Böhmengnugsam in der That erfahren haben. Danseind sie also keck vnnd vnverschambk gewe-sen/daß sie ihren König dcme sie geschworenvnd gekrönet/so leichtfertig dörffen rciicircn

vnd