Gedcnckwürdigcr Geschichte!?
schrei«bungTcmsch«laiids.
bigcn Orrtzog vnd Ocnschafft gethaner vnddem llkbelauro?o!ilico einverleibter L.elarion nemcii/ doch so viclvnsbcwust/auffjetziger zeit vnd stände- gclegenhen richten»
Biegrentzen (sagtderselbe) deren Land-schafften so vmer des Kcyscrs als Ertzher-zogs zu Österreich :c» gehorsam stehen / er-strecken steh von der Statt Vielem gebietan bis? an das eusscrste Istcneich in zoo.Meyl/vnnd an etlichen orten biß auff 50»Meyl nah an die Statt Venedig. Bicwcllaber der meiste* theil der OsterwichischenHcnschafft in Tcutschland begriffen/wol-len wir dasselbe kurtzlich beschreiben ( dieseBeschreibung / wiewol vielleicht vnnötig/setzen wir allhic/damit man sehe was außlan-dlsche Nationen von vnscrm geliebten Vat-tcrlandhalten) Teutschland grentzetgegen-Osten odcrauffgangan Preussen / Polen/Vngarn/ Schlattonicn/Croatien: gegenNtittag oder Suydcn an der Venediger ge-biet/ Grawbündtner vnnd Schweiß:gcgcnNiedergang an Franckreich vnnd Nieder-land : gegen Mitternacht oder Norden andas Teutsche Meer vnnd das KönigreichBcnmarrkcn. Biese zwischen berührtengrentzcn begriffene gantze Landschafft ist fastvlcrcckicht/hat in die lcnge/so fast gleieh/vn-gefchr in 560. (versteh Italiänische) Meyl/welche mit vieren mulnplicirr, machen indcmgantzcn begriff ^40. Meyl» Es hata-bcr Tcutschlandt ein vbcrfluß alles dessenwas zu vmerhaltungdcs Menschlichen-Le-bens von nötcn ist / vnnd bcdarff nichts vonden außlandischcn Völckcrn zu holen / ab-genommen solche sachcn die allein zu leckcrcyvnd wollust dienen / als da ist Gewürtz/ Au-ckcr/außländischcr Wein/ Seyden/ güldenvnd silbern Gcwand/vnd dergleichen. Bicgegen Norden gelegene Landschafftcn gebenkeinen Wein/an dessen statt aber gebrauchensie slchdcß Biers.Äic Einwohiterfeind vonalten zcitcn her wegen ihrer Trcw vnd Be-hendigkeit bemhmt gewesen/vnd scind mehrzur Emfcltigkctt dann zu List vnd Betruggcncigt. dercn sie zwar von Natur vncrfah-ren/gleichwol aber einen ctwan desto leich-ter becnegeii / je weniger man sich dessen zujhnen versiebet» Sie loben die Keuschheitsehr/ bewahren vnd halten sie aber nicht ambesten/weil sie mildem weibliche Geschlechtohn einig bcdenckcn vmbgchen vnd also Vor-hin leben. Es ist bey ihnen kein schand daßman sich an Wein oder anderem gctranckvolltrinckt/ sondern sie halten solches auchfür ein Zeichen eines fwinmen vnd offenenOertzens vnd Gemüth/ hingegen sagen sie/-Hieb / Schelmen vnnd Vcrrather dörffcnsich nicht voll trinckcn/ als welche da förch-rcn daß sie bcy dcm Trunck sich bloß gebenvnd ihr hcimligkeiten selbst entdecken mochte.
Es hat aber m Tcutschlandt drcyerleyStcnd/ nemlich dic Geistliche/zum anderndie Weltliche Chur vnd Fürsten / vnd zumdritten die freye Rcichsstctt» Vmer denGeistlichen scind die vornemste / die dreyChur-Fürstcn/welche auch des Reichs Ertz-Cantzlcr genennct werden / ncmlichdcr zuMeintzinTeutschlandt/dcrzuCölln in I-taltcn/ der zu Trier in Franckreich» Nachdiesen scind die vorncmsten ein Ertz-Bischoffzu Saltzburg / der ein stattlich jährliche- eiit-kommen hat:ein Ertz-Bischoff zu Nkagdc-bürg / we!chcrauch?rima5(zermzmX »st:ein Ertz-Blschoffzu Brcmcn/vnd mehr ait-dcre / so an Macht vnnd Rcichthumb vielenweltlichen Fürsten wenig nachgeben : vndob wol derselben vor zeüen bey 45« gewesen/seind doch heutiges tags kaum --5. noch v-brig.Auff diese folgt der Teutsche Meister.Bann ob wol heutiges tags die LandschafftPreussen/daderTeutscheOrden vorzeitenMeister gewcse^vnter der Krön Polen ist/wirt gleichwol auch noch ein Teutscher Or-dens Meister erwehlct/ welcher in Teutsch-land noch ein zimlich einkommen hat. Vndzwar gemessen der geistlichen güter vn wür-den nicht allein die Edcle/sondern auch derFürstcnvndKönigenKinder.Esscindauchsieben Eptc so für des Reichs Fürsten ge-halten werden.Bie weltliche Chur-Fürstcnseind/ein Pfaltzgraff bey Rhein/ als Ertz-truchseß/ein Hertzog von Sachsen als Ertz-marschalck/ein Nkarckgraff zu Brädcnburgals Ertz-Eammcrer/ vnd dann ein König zuBöhc als Ertzschenck» Biesen nun seind vielandere Fürstliche Heuser vnd Geschlechteverwandt/als da scind die Pfaltzgraffen/dicOertzogen von Sachsen/ die von Bcycrn/die Marckgraffeit von Brandenburg / dievogBraunschwctg vnd Lüncnburg / vnndmehr andere Pertzogk/ LanVgraffc Marck-graffen/Burggraffcn/ Fürsten/ Graffen/Freyherm/:c. Bie Ertzhcrtzogen zu Öster-reich werden wegen jhrcs Vorzugs nicht zuden weltlich sondernzuden geistliche gcrcch-nct.AuffdcmAnno154s.SU Augspurg ge-haltenem Reichstag scind alleBurgundischcvnd Niderlendlsche Landschafftcn von Key-ser Carl dem V.in deß Reichs schütz ergeben/auff vnd angcnommctt/vnd selbigem Lands-Fürsteit vmer den geistlichen platz gegebenworden. Bcr ssch'rtzog von Lothringen hatvor alten zcttcn auch vmer die Fürsten deßReichs gehört / hangt aber heutiges tagsmeisten theils an Franckreich. ObbencmeHertzogen/Fürstcn vnd Graffen scind mei-sten theils reich vnd mcchtig/sondcrllch nachdem ihrer viel die geistliche gütcr an sich ge-zogen: legen auch jhren vntcrthanen grosseSchätzungen vnd Bcschwehrdcn auff. BcrOcrtzog von Sachsen allein hat in 500000.
Sttvd d,
Reichs-