den Gästen ein ganz Buch vollLomaeclienvorlegen/ vnd eine von denselben/welche ihnenzu schawen gefällig/ außzulescn; Vnnd mach-ten also vncer dem Esten vnd Trinckcn/ wel-ches sie bey 10 stunden anst der Taste! stehenlassen/den Gästen allerhand Lust.
Daslbuclium klechcum, vnd gebrauchder Arzeney/ ist bey ihnen auch gar üblich. Escurircri Gelahrtevnd Vngclahrtc mit Kräu-tern vnd Wurlztln. Vnd wann der ilckecii-cu.-i einen »r-äum anmmpr / wird Er dahcronicht grösterS Ansehens vnd mehr gebrauchet/alswol die inl'-lculrzrc s)»Iiric3,sondern werdie besten Luren thut/ ist der Vornembste.ES sol nicht viel bresthafftc Leute geben: in-sonderheit werden sie niemals mit der Krauchheit des Steines bchasttet/vnd erreichen insgemein ein'Aleer von 70 vnd 80 Iahren mitgutenKrasttcn rnd Vermügen; Vnd vermei-net man/es kommevnter andern allch daher/weil sie keinen kalten Trunck chuil / sondern allihr Gctranckcmuß heiß seyn/auch in den hest-scstcn Sommer / welches denn dem Magennicht vndienlich ist.
Die l-ineser seynd auch grosse Liebhaberder älckymisterey. In derselben bemühen siesich sehr/ vnd bißweilen mit Verlust ihrer gan-zen Wolfart/zwey dinge zu erlangen: Nemb-iich Silber a»»ß andern geringen Metallen zumachcn/vnd dann eine bckcclicin zufinden wo-durch sie ein immcrwchrendes Leben oder dieVnsterbligkeit in dieser Welt überkomm mü-gen. Dann sie geben vor/daß etliche von ih-ren vhralten Vorfahren (diesieitzovorhciligc, Männer halten) sollen solche Künste erfunden^ vnd beschrieben haben / vnd nach dein sie auff' der Welt eine geraume zeit gelcbet/vicl herlichedinge verrichtet / seynd auff Erdeil länger zul leben überdrüssig geworden/vnd also mit Leibvnnd See! zugleich gen Himmel gefahren.Von beyden Künsten sollen sie viel gedrucktevnd noch mehr geschriebene grosse Voluminahaben; Das Silber zu machen sollen sie sichin allen Prsvslcicn befleißigen / daher ihreMünze ohne Gcprege alle nach dem Gewichtevnd Probe geschehet wird / vnd doch offr ziem-licher Betrug mit vntcrlaustt. Die Kunsaber der Vnsterbligkeit sol am meisten voni den grossen Henen im ?cguinischen Reiche, zesuchet werden. Vnd wann sie schon sehen/
daß es andern mit Verlust grosser Vnkosten !mißgelungen / werden sie doch darvon nicht !abgeschrecket/ in Hoffnung sie glückseliger als !andere seyn/vnd glückseligere Stunden zu sol-cher Arbeit antreffen werden.
Es wird in den annalilnix derser gelesen / baß einer von den alten Köni-gen gewesen/welcher ihm von cinen/Ucl^nu-stcn eilten Becher machen vnd sich bereden las-sen/daS/wann Er drauß druncke/ nicht sterbenkontc. Der Komg mucket fleissig auß solchenBecher vnd zwar stets alleine: Nun war ei-ner am Hofe welchem der König/ weil Er ihnvor andern liebte/grosse Freyheit zu reden vndzu scherzen vergönte. Dieser/wie wol Er sich ^offt bcmühete dem Könige solche Thorheit auß ^dem Sinn zu reden / kunte doch lange nichtsaußrichttn. EmS mahl aber / als der Königauch den Becher vollgcschcnckt vor sich stehenhatte/vnd daß Gesichte nach etwas andersauff dieseice wante/ergriff dieser denBechcrgeschwinde/vnd that einen guten Soffdar-auß. Der König ergrimmek/dräwet ihm denTodt dafür. Dieser aber antworte: alsbald;Meinst» König /weil ich auß den Becher derVnsterbligkeit gctrunckcn hab / daß du mirdennoch daß Leben wirst nehmen kennen ? Tö-!testu mich/so sterbe ich vn schuldig denn ich ha-fbc dir nicht die Vnsterbligkeit sondern den Be-trug entzogen vnd entdecket. Drauffder Kö-nig in sich geschlagen / seines Freundes Klug-heit gelob« / vnd sich von dein Iruhum abge-wendet.
Sie sind auch in der närrischen MeinungkIcüaxor«, daß die Seelen der Menschennach absterben in andereLcil er wandern. Wel-ches ihnen Anlaß giebt zu einer erschrecklichengrawsamkctt gegen ihre Kinder. Dann essollen m etlichen Provintzien iyrcr vi<l>h. e ei-gene Kinder/wann sie derselben vul bekom-men/ vnd nicht zu ernehrcn aetrawen / auchnicht gerne wollen daß sie in harte Dienstbar-keitverkaufst werden sollen/ ersauffen/ sonder-lich die Medgcn/vnd solches öffentlich ebneSchew; DannsiemeinenvndsagcndaßSieihren Ktndcrn dadurch gutes thun/in demsie in andere vn bessere Leiber bcsodcrt werden.
Was ihr Regtment betrifft so wird dasiganhcReich l'i-in-, von einem Erb-König re-gieret/ deffen Residenz izoin ?cguin oder
Nsr-