Druckschrift 
Offt begehrte Beschreibung der newen orientalischen Reise : so durch Gelegenheit einer holsteinischen Legation an den König von Persien geschehen, worinnen derer Orter und Länder, durch welche die Reise gangen, als fürnemblich Rußland, Tartarien und Persien, sampt ihrer Einwohner Natur, Leben und Wesen fleissig beschrieben und mit vielen Kupfferstücken ... gezieret
Entstehung
Seite
176
Einzelbild herunterladen
 

Newc Pcrflantsche

l/6

Erde fallt/der wird hart gestraffet. Dann dasselbe ist jhm in der Ein-fassung oder Einweihung vom Bischosseauffgescht/vnd also ein hei-lig Banit. Aber daher bekömpt er nicht desto mindere Schlage / weilsie gemeiniglich versoffener vnd vnnützer als andere Leute seynd. Dannin dem man solches weiß/wird das Mützgcn zwar gcschonct / oder da-mit es nicht zur Erden falle/ m die Hand genommen / aber das Ange-sichtc vnd der Leib wol abgeschlagen/vnd dann das Mützgen wiederauffgcsetzet. Darvon wird hernach kein Wunder gemachet.

Priester müs' Die Popen vnd Priester/ so dem Altar dienen wollen/müssen Ehe-sen Heyracen. wciber haben/welche sie als Jungfern/vnd nicht Wittwen/viel weni-ger berüchtigte / oder so von berüchtigten Freunden seynd / jhnen müs-sen lrawen lassen; Befindet einer rmEhebette an jhr dleIungferschafttnicht / vnd kömpt auß / wird Er seines Ampts entseyet. Stirbt demPriester sein Weib/so kan Er dem Altar nicht mehr dienen / sondernmuß nur in der Kirchen lesen vnd fingen / Er darffauch nicht wiederzur andcmEhe schreiten/oder muß des KirchenDienstcs müssig gehen/den Geistlichen Orden auffsagen vnd einWeltman werden/welchesdenn nicht scltzam bey jhnen. Den Spruch S. pauli i. limoek. z.Em Bischoff sol seyn eines Weibes Mann. Verstehen fitdahin/daß ein Priester nothwendig emWeib haben müsse/vnd daßEr auch nicht mehr als eines Weibes Mann werden sol/ Darumbwann jhm die erst stirbct/ Er Wtttwer bleiben muß.

Der Gottesdienst wird in den hohen Festen / vnd fürnembstenkroceÄoncn von dem Patriarchen / Ivlccropolicen vnd Bischoffcnin Person / sonst aber durch die gemeine Popen verrichtet. Ihre höhtvnd »n vnscrn Kirchen gebräuchliche Feste haben fie nach den AltenCalender/wclchen fie auch gebrauchen/m-.t vns zugleich. Es bestehetaber jhr Gottesdienst darinnen/daß fie in den Kirchen täglich/ammeisten aber des Son-vnd Festtages oder Lra8mkcn,(so nennen fiedie Festtage/vnd haben derselben sehr viel des Jahres über) 3. mahlzusammen kommen/erst vor der Sonnen Auffgang/welches Sie 8a5renna, gegen Mittag 0decänizvnd gegen Abend Weeätckerni nen-nen. Da dann der Priester etliche gewisse Capittel auß der Bibel; dasEvangelium, bßwcilen einettomilism auß dcmLKrylossomo,etlichePsalm Davids/vnd Gebete liefet/vnd Mit vollem Halse finget/ fastnach art der bey vns gebräuchlichen ^.ncipkonen vndKclponlönen.Awlschen dem Lesen vnd Singen spricht der Priester zum offtern:

sc >e-rro^l< c -ospväi pomiiui, F)crr erbarm dich

meiner. Da dann alles Volck selbige Wort /Mit Creutzschlagen vndSegnen z.mahl nach saget.

Russen halten Nach dem gelesen vnd gesungen worden ist/gehet der Priester zumMesse. Altar vnd hclt mit seinen Capellan (welchen ein jeglicher Priester in al-len aäibuz bey fich haben muß) eine Messe. Vmer dessen stehen die

Leu-

Gebräuchenden allen Ca°lender.