Baden einMttttlwicdcrdie sündlichevnrtinigkeik/beyden Ruf«sin.
Badestubender Russen.
lavier iUBaden.
146
Mwe persiantsche
Es darff auch der/ so die Fleisches iust gepflogen / den Tag nichtin die Kirchen kommen/Es wäre denn/daß er sich sauber wieder ge-waschen vnd ein reinHembde angezogen hctte: Die etwas äevor seyn/bleiben alsdenn gleichwol vor der Kirchen oder «mVeMbulo stehen/vnd verrichten allda jhr Gebet. Wann ein Priester sein Weib berüh-ret/ so muß er sich über vnd vnter den Nabel wol waschen/vnd magzwar darauff »n die Kirche gehen / aber nicht zum Altar trettcn. DieWelbesPcrsoncn werden vnreiner/als die Männer gcschätzet/darumbsie bey Messe halten gememiglich vorn an der Thür stehen bleiben.
Wann cmcr in der grossen Fasten sein Weib bmihret/der darffim gantzen Jahre nicht das Sacramenk empfangen.' Thut es einPriester / vnd es wird erfahren / muß er cm gantz Jahr seines Amptesentsetzet seyn. Ist er aber ein Lanäiäacus inuMcri), wird er gar nichtdas Ampt bekommen.
Wieder solche sündliche Vnreinigkcit halten Sie das Baden einso nötig Mittel zu seyn als die Bussc/darumb/ wie vor gedacht/ BraMvnd Bräutigam alsbald nach dem Bcyschlass ins Bad vnd sich reini-gen müsten.
Durch vnkerlassunK dessen hat der falsche vcmsn-mz, der sichfür des Tyrannen Ivan Vaiilovir? Sohn/so doch längst zu Vglchvmbbracht war / auffwarff / auä) darvor auffgmommen vnd zumGroßfürsten gekrönct wurde/sich bey vcnRusscn verdächtig geinachck/daß er nicht / wie Er vorgab / von Geburt ein Russe/ sondern emAußländcr seyn muste. Dann / als sie sahen/daß er nach seinem Bey-lage?/das Vadt/welches acht Tage fertig gestanden/nicht gcbraii-chen wolte/hielten sie es für ein kuZanisch Werck/brachten mehr Vr-sachenhcrbcy vnd überfielen jhn vnversehens im Schlosse/vnd schlu-gen jhn am neundten Tage nach dem Beylage? jämmerlich zu tode.
Weil sie nun so vielauff das Baden halten/So haben sie auchin allen Städten vnd Dörffern öffentliche / vnd die meisten injhrcnHäusern ihre eigene Badstuben/ in welche Mann vnd Weib jung vndalt zugleich gehen/ Es hat zwar Weibes vnd Mannes-Volcksemensonderlichen Platz/gehen aber zu einer Thür auß vnd ein/vnd zwarohne Schurtzkücher/häiten bißweilen für die Scham einen Quast oderBusch von Meyenlaub / welches sie den Sommer auffdrögcn / her-nach »n warm Wasser stecken vnd gebrauchen. S»e können sehr grosseHitzevertragen/darumb/wenn sieauffdenSchweißbäneken liegen/lassen sie jhnen mit solchemBusche die Hitze auff den ^eib sichern oderkreibcn/vnd darmitwolreiben/ welches sieQuesten heissen. Wennsie also gantz durchhltzet/daß sie m der Badstuben nicht mehr daurenkönnen / lausten sie herauß / Manns vnd Weibesvolck bloß ohneQuast/springen entweder ms kalte Wasser/ oder giessen das über sich/sa zur Winterszeit/ waltzen Sie sich im Schnee herumb. Vnscrejunge Börse etliche / vmb solche scltzame xottüc-cn anzuschawen gien-
gen