Druckschrift 
Offt begehrte Beschreibung der newen orientalischen Reise : so durch Gelegenheit einer holsteinischen Legation an den König von Persien geschehen, worinnen derer Orter und Länder, durch welche die Reise gangen, als fürnemblich Rußland, Tartarien und Persien, sampt ihrer Einwohner Natur, Leben und Wesen fleissig beschrieben und mit vielen Kupfferstücken ... gezieret
Entstehung
Seite
147
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Reise Beschreibung.

I47

gen zum offtern für die gemeinen Badstuben fürüber spatziercn / dadann die Weiber nicht allein / nicht auß Scham / wie sichs wol gebürthatte/zu rücke./ sondern den Deutschen zugefallen erst recht Herfürtratten vndriessm: Drucke por^uäi, äolil-c» öcc. Wenn auch gleichemDeMscherzu jhnen vmb zu baden mit ine Wasser sprang/warenSie doch nicht so empfindlich/daß sie auß Zorn nach art dervianwemen in einen Hirsch verwandelt hetten/ wenn sie gleich gekunk. AuAstrachan trug sichs zu / daß vier junge Weiber auß derBavstubcnkamen vnd sich abzukühlen in tue'iVolZa, welche daselbst durch einen8urum oder Inwieg stach Wasser / vnd ein lustig Bad giebt / sich be-gaben. Als nun emer von vnsem Soldaten sich zu baden auch hmeinspringet / besprengen sie jhn mit Wasser / treiben jhren Schertz / vndwenn er jhnen cbenmessig begegnete/wichen sie zurücke/die eine aberin dem sie etwas weiter sich hmein wägete / kompk zu tieff vnd beginnetzu sincken/da die andern das sahen / schryen vnd liessen sie voller schrecken den Soldaten an mit sehnlicher bitte / daß er mochte zu jhr eilenvnd hülffe thun: Der Soldate/ da er die Noth siehet / schwimmet ge-schwinde zu jhr/ ergreifst Sie beym ^eibe/hebt sie empor / lasset Siean seme Beine feste halten vnd führtt sie also hcrauß/da rühmten vndlobten sie die Deutschen/ sagten/dieser wäre als em Engel zu chnen msWasser gesandt.

Die obgedachte Art zu baden haben wir nicht allein in Rußland/sondern auch inLieffland gesehen/da Sie/sonderlich du Annen/inden härtesten Winter auß der Badstuben auff du Gassen gelauffen/sich Mit Schnee vnd Eyß als wenn es Geiffe wäre / gerieben / vnddann wieder darauss m die gelinge Hitze. Man höret glmhwol nicht/daß solch Baden wegen so geschwinder Veränderung der (^uallccrenin cxrrcmoZl-aeiu jhticn Übel bekommen soltc/Zwtlffclö ohne/weilSie diß von jugend «uss treiben / wird die gewonheit glc«chsamb zurNatur vnd die Russen-leute dardurch hart vnd dam hasstig gemachck.^L,c dann die Armen so ivol als die Russen harte vnd starckc 4eutefind/die Frost vnd Hitze wol vertragen können.

Ich habe zur Narva nut Verwunderung gesehen / das RussischeKnaben/von acht/neun/vnd zche,t Iahrm / die vnftre Bratenwenderwarm/bey einer halben Stunden vnd langer im härtesten Winter/in einen dünnen einfachen lcmenRocke mtt blossen Füssen auffSchneevnd Eyß gegangen vnd gestanden uue die Gänse / ohn einig gegebenesZeichen der Wchekagen oder Frostes. Sonsten habcit ww m Muß-cow bey den Deutschen/gleich bey den ^.ieffländern gute Badstubcuvnd feine art zu baden gefunden. Sie bestrcwcn jhre Badstnbcn mitallerhand Krautern vnd Blunten / Item/mu geguetschcten Dannen-laub/ welches die^iesständer auch m die Stuben strewcn so einen gu-ten Geruch gibt. Sie machen auch das Wasser vnd 4auge nut aller-hand guten Kräutern gesund vnd wolriechenv. Auss den feiten in den

T rj

Bad-

Ein Weib ssim kaltenBa-de bald ersostfcn wehre/wird vonDeutschenerrettet.

Der Deut-schen «Muß-cowvnd iieff-landischenBadcstubm.