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üblich sind, war es früher dasselbe mit den genagelten. Freilich istman neuerdings auch oft auf den Einfall gekommen, Holz- oder Zink-knöpfe auf die eingestemmten Thüren zu nageln, so dafs sie das An-sehen der genagelten gewinnen sollten. — Fig. 1 zeigt die einfachsteArt Thüren. Es besteht dieselbe nur aus an einander gelegtenBrettern, welche durch die Hängen und die auf der andern Seite be-findlichen Zierbänder zusammengehalten werden. Freilich würdenbei einem Eintrocknen der Bretter die Fugen offen stehen, indefsgiebt es Mittel, dem vorzubeugen, von welchen allen das sicherstedas ist, eine doppelte Thüre aus zwei übereinander genagelten LagenBohlen zu bilden, in der Weise, dafs die Fugen der beiden Lagensich entweder rechtwinkelig oder unter einem mehr oder wenigerabweichenden Winkel kreuzten. — Fig. 2 zeigt den Grundrifs dieserThüre. — Fig. 3. Eine Zusammenfügung der einzelnen Bohlen aufNuth und Feder, wobei die an einander stehenden Kanten profilirtwären, so dafs selbst bei einem Schwinden der Bohlen die Thürenicht allein dicht bliebe, sondern auch die Fugen noch gut aussehenwürden. — Fig. 4 und 5 zeigen verschiedene Bildungen der Bänder. —Fig. 6. Der Ring an der Thüre. — Fig. 7. Der Anschlag an demobern Stücke der Zarge. — Fig. 8. Das Schlüsselschild. — Fig. 9zeigt eine gröfsere zweiflügelige Thüre derselben Art mit reicherGestaltung der Zierbänder. Es ist durchaus nicht erforderlich, dafsdie Zierbänder, falls sie sich wie die auf der linken Seite der Thürebefindlichen mehr in die Breite ausdehnen, immer in der Richtungder Hängen auslaufen. An dem Hauptportale des Domes zu Erfurtbefindet sich eine Thüre, wobei das obere und das mittlere Zierbandin der hier gezeigten, das untere aber in der damit sich unter einemrechten Winkel schneidenden Richtung aufgesetzt ist. Es hat dieseAnordnung den Vortheil, dafs dadurch die Funktion der Zierbändermehr in die A u S en tritt- So könnte im vorliegenden Falle das obereund untere Zierband in den gezeichneten Gestalten von oben nachunten und von unten nach oben laufen, während für das mittlere derhier nach der Schlagleiste zu gezeichnete Ausgang nach der andernSeite wiederholt und es sich so von der Mitte nach beiden Seitenausbreiten würde. Unter Fig. 9 ist der Grundriss der Thüre ge-zeichnet. — Fig. 10 zeigt den Anschlag an dem obern Zargenstücke.— Fig. 11. Die aufgenagelte Schlagleiste. — Fig. 12 und 13. DasDetail des Drückers und des Schildes. Inzwischen liegt hier dasSchlüsselloch zu hoch und wäre niedriger zu setzen. Der Drückerist von Messing gedacht und die Zeichnung innerhalb des Schildeswäre zu graviren und die Linien mit schwarzer Farbe oder mit Lackauszufüllen. — Fig. 14 zeigt eine ziemlich einfache Art Thüren, wobeidie eigentlichen Thürbretter auf die in Fig. 17 angegebene Kon-struktion aufgenagelt und dann die Fugen mit Deckleisten versehensind. Man könnte indefs auch, wie Fig. 18 erweist, die Querleisten amit einem Schwalbenschwanz in die Thürbretter einsetzen und nurdie Schwerter aufnageln. Auf den beiden Seiten der Fig. 14 ist dieBildung der Thüre verschieden gezeigt. — Fig. 15 zeigt den Grund-rifs und den Schlufs für die auf der linken Seite befindliche Art. —Fig. 16. Der Schlufs für die rechts gezeichnete Art. — Fig. 19. Einekleinere reichere Thüre in eine rundbogenförmige Oeffnung, innerhalbwelcher die Thüre entweder in einen viereckigen Falz oder an dieMauer schlägt. — Fig. 20. Der Grundrifs dazu. Es dient das auf-genagelte Rahmwerk sowohl zum Zusammenhalten der Bretter, alszur Sicherung der Fugen. — Fig. 21. Eins der mafswerkverziertenQuerstücke in gröfserem Mafsstabe. — Fig. 25 zeigt eine reicher ver-zierte Thüre in eine spitzbogenförmige Oeffnung. Die Fig. 22, 23 und24 geben die Details dazu. Das Mafswerk im Bogenfelde ist durch-brochen gearbeitet und innerhalb des Rahmwerks aufgesetzt. In denfolgenden Blättern wird diese Art der Verzierung ausführlicher dar-gestellt werden. In Bezug auf Fig. 25 ist zu bemerken, dafs sie beieiniger Vereinfachung bei einem Weglassen der vortretenden Quer-leisten und der auf dem mittlem Rahmstück befindlichen Pfeifen immernoch reich genug sein dürfte.
Tafel 23. Hausthüren. Fig. 1. Eine kleinere aus doppelter Bohlen-lage zusammengenagelte Thüre. — Fig. 2. Der Grundrifs dazu. Esist daraus ersichtlich, wie nur die eine Bohlenlage in den Falz schlägt,während die andere frei davor liegt, daher ihre obere Kante ausge-schnitten sein kann, wie Fig. 1 erweist. Die Fugen sind in der Weisegefast, dafs sie die daselbst befindliche Zeichnung bilden. — Fig. 3.Eine einfache Thüre, wobei die einzelnen Breitstücken durch das auf-genagelte Rahmwerk ihren Zusammenhalt haben, während die Fugennach innen mit Deckleisten versehen sein können. In den Punkten,wo das Rahmwerk zusammenläuft, sind zum Zusammenhalten derZapfen stärkere Nägel angewandt. Die Bänder können entweder indie Thürbretter eingelassen oder ihre Stärke aus dem Rahmwerkherausgestofsen sein. — Fig. 4 und 5 zeigen die Details des Rahm-werks. — Fig. 6. Eine reichere zweiflügelige Thüre. Das Rahmwerkist aufgenagelt und dient, wie Fig. 7 erweist, zum Zusammenhaltender Bretter sowohl als zum Decken der Fugen. Es ist die Aus-führung der Thüre auf beiden Seiten verschieden gezeigt. — Fig. 8zeigt die Profilirung der links befindlichen Hälfte, Fig. 9 die Profilirungder rechts befindlichen Hälfte. — Fig 10 und 11 geben die grofsenNagel- und Schraubenköpfe, die durch die Zapfen des Rahmwerks
fassen. Die Fig. 12 bis 17 zeigen die Verzierung der Querrahm-stücken. — Fig. 18, 19 und 20 die Details der Schlagleiste. — Fig. 21und 22 die Details des Drückers und Schildes. — Fig. 23. Eine zwei-flügelige Thüre in zwei verschiedenen Hälften. — Fig. 25. Der Grund-rifs dazu. Entweder können nun, mit Bezug auf die links befindlicheHälfte, wie Fig. 26 als Durchschnitt durch die Punkte, wo die Quer-stücken des Rahmens sich mit den Mittelstücken desselben schneidenund Fig. 27 als Durchschnitt durch die Querstücken erweisen, dieMittelstücken nur zwischengesetzt sein und die Querstücken durch-laufen, oder man könnte auch beide über einander blatten, in welchemletztern Falle jedoch die Fuge nicht nach der Richtung des Fasen,welcher die obere Seite der Querstücken bildet, angeschnitten seindürfte, sondern an diesem Fasen gleich der Ansatz für die Kehlungder Mittelstücken ansitzen müfste, wie Fig. 28, 29 im Durchschnitt undin der Ansicht erweisen. — Fig. 30 zeigt das Profil der Rahmstücken.Man konnte auch die Thüre in der hier gezeigten Gestaltung mit an-gestemmten Füllungen ausführen, inzwischen müfste in diesem Falledie Kehlung der Rahmstücken, falls nicht ungewöhnliche Holzstärkenzu Gebote ständen, in der Weise modificirt werden, dafs sie mindereTiefe erforderte. — Fig. 31 giebt ein Beispiel einer derartigen An-ordnung. — Fig. 32 und 33 geben die Grundrisse der Schlagleiste. —Fig. 34 ist die Seitenansicht des obern und mittlem Theiles. — Fig. 35die Vorderansicht des obern Theiles. — Fig. 36 die Seitenansichtdes untern Theiles. — Fig. 37 und 38 die Details von Drückerund Schild.
Tafel 24. Verschiedene Hausthüren. Fig. 1. Eine reich verziertezweiflügelige Thüre mit eingestemmten doppelten Rahmfüllungen.Die ersten Rahmen sind überall geschnitzt, wo keine Verzapfung mitden Querrahmen stattfindet, während an diesen Punkten die Nagel-köpfe mit den untergeschobenen Blechstücken befindlich sind. —Fig. 2 zeigt die Konstruktion der Thüre in dem Durchschnitt nacha b , Fig. 1. — Fig. 3 erweist die Konstruktion der Thüre in demDurchschnitt nach c d, Fig. 1. — Fig. 4 ist die Ansicht eines Theilesder Thüre in gröfserem Mafsstabe. — Fig. 5, 6 und 7 dieselben Detailsin Bezug auf die rechts befindliche Thürseite, nur dafs hier wegenMangel an Raum die Verzierung des Hauptrahmens weggelassenwurde. — Fig. 8 und 9 geben die Details der Schlagleiste in gröfseremMafsstabe. — Fig. 10 zeigt eine zweiflügelige Thüre von komplicirterKonstruktion, welche ich in ähnlicher Gestaltung ausführen liefs. Esbesteht nämlich der Hauptrahmen aus zwei Stücken, welche durchSchrauben, die zugleich durch die zwischen den beiden Rahmtheileneingesteckten Hängen fassen, verbunden sind. In diesen also zu-sammengehaltenen Rahmen fafst wieder ein zweiter kleinerer, undin diesem erst sitzt die Füllung. — Fig. 11 diese Konstruktion ingröfserem Mafsstabe. — Fig. 12 die Verzierung eines der Quer-stücken. — Fig. 13 bis 16 die Details der Schlagleiste. — Fig. 17 derDrücker mit dem Schild. — Fig. 18 die Schraubenköpfe in denEcken. — Fig. 19 die kleinern Schraubenköpfe. — Fig. 20. Eine zwei-flügelige Thüre, bei welcher das mittlere Rahmwerk übereck aufge-nagelt ist. — Fig. 21 zeigt die Profilirung in gröfserem Mafsstabe. —Fig. 22 das Kreuzen der Nuthen. — Fig. 23 und 24 die Details derSchlagleisten.
Tafel 25. Verschiedene einflügelige Stubenthüren. In der Dar-stellung dieser Blätter ist durchweg die übliche Konstruktion dereingestemmten Füllungen beibehalten worden, schon weil sie sichfür derlei innere Thüren noch am ehesten eignet, da es hier häufigwünschenswerth ist, dafs die Thüren nach beiden Seiten dasselbeAussehen behalten. Indefs würde sich eben sowohl jede der frühergezeigten Konstruktionen auch für Stubenthüren eignen, und hält esnur häufig aufserordentlich schwer, wie mich eine ganz frische Er-fahrung dieser Art gelehrt hat, die Leute auch nur zu der geringstenAbweichung von dem Gewöhnlichen zu veranlassen. Denn merk-würdiger Weise giebt es wenige Menschen, die sich nicht in dieStubenthüren, welche sie bis dahin gewohnt waren, verliebt hättenund von vornherein bei Anfertigung neuer Thüren nicht jeder Ver-besserung den beharrlichsten Widerstand entgegensetzten. Es hatsich wirklich bei Anfertigung von Stubenthüren eine solche Massevon Mifsbräuchen eingeschlichen, dafs man beinahe verzweifelnmöchte^ gegen so festgewurzelte Vorurtheile anzugehen. Nehme mannur einmal die jetzt grassirende Doppelthürenwuth. Es liegt dochklar am Tage, dafs für die gewöhnliche Kommunikation eine einfacheThüre weitaus bequemer ist, indem der Raum, welchen man durchdas Oeffnen eines Flügels einer Doppelthüre gewinnt, weit eher fürdas Hindurchlangen einer Bohnenstange als zum Durchgang einermenschlichen Figur geeignet erscheint, und eine Doppelthüre nur alsZwischenthüre von Gesellschaftssalons gut ist, wo dann während derAssemblee beide Flügel geöffnet bleiben. Das beirrt aber die Leutenicht. Sie machen Doppelthüren ä tout prix an jeden Platz, womöglich auch nach Küche, Holzkammer, Privet. Leute, die ganzohne Repräsentation leben, verlangen doch Doppelthüren, weil sichihrer die höchst sonderbare Idee bemächtigt hat, dafs eine Doppel-thüre nobler aussehe. Nun wird niemand in Abrede stellen, dafs diemeisten Thüren, doppelte sowohl wie einfache, gewöhnlich nur Fabrik-arbeit sind, die mit allerhand aufgenagelten, sonderbar gekehlten