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Gothische Holz-Architektur
Entstehung
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zeigt werden wird. Fig. 6 zeigt eine gesprengte Decke Uber einemRäume von 30 bis 40 Fufs Weite. Die beiden Hälften der Figur sindverschieden gezeichnet. Fig. 7 giebt das Profil des zu der linksdargestellten Konstruktion gehörenden, in Fig. 6 und 9 mit a bezeich-neten Trägers. Fig. 8. Die Verschalung des oberen Theils derMauer bei b in Fig. 6. Die Verzierung kann aufgemalt werden innatürlichen Farben auf dunklem Grunde. Fig. 9 zeigt den Längen-durchschnitt der Konstruktion. Fig. 10 die Mitte des Trägers c.

Fig: 11 die kleinen Zinnen d in Fig. 6. Fig. 12 das Profil e.Fig. 13 die Mafswerkverzierung in den Ecken in gröfserem Mafs-stabe. Fig. 14 den Grundrifs derselben, so zwar, dafs a das Laschen-holz f angiebt. Die abweichende Konstruktion der rechten Hälftewird aus der Zeichnung deutlich werden. Fig. 15 zeigt den dazugehörigen Längendurchschnitt. Fig. 16 die Ansicht der Decke vonunten. Fig. 18 die Mafswerkverzierung der Ecken. Fig. 17 denGrundrifs hierzu. Fig. 19 die Profilirung der Bügen bei a. DieVerzierung ist aufgemalt, so dafs die Zeichnung entweder in Holz-farbe stehen bleiben, oder auch gelb gestrichen werden könnte,während die Gründe, wie die Schraffirung angiebt, blau, roth undschwarz wechseln könnten. Fig. 20 zeigt eine andere Ausbildungder Stellen b in Fig. 6 und 16. Es ist nämlich hier die Holzstärkebenutzt worden, um ein Wappenschild zu bilden, dessen Ansicht Fig. 21darstellt. Es könnten überhaupt diese Stellen reichere Verzierungerhalten.

Tafel 7. Spreng- und Hängewerke. Fig. 1. Eine gesprengteDecke über einem Räume von 45 bis 55 Fufs Weite. Die Bügen sindan ihren Endpunkten, sowie in der Mitte, wo sie sich kreuzen, durcheiserne Bänder verbunden, die verzinnt oder vergoldet werdenkönnten, wodurch eine wirksame Zier erreicht werden würde.Fig. 2. Der Längendurchschnitt, Fig. 3. Die Ansicht der Deckevon unten. Es unterscheidet sich dieser Fall auch in der Art derSchalung von den früheren, weil dieselbe hier von unten an dieBalken genagelt ist. Da man nun die Stöfse der Dielen verdeckenmufs, so ist hierdurch die Anordnung des Mittelbrettes a gegeben,welches hier, wie Fig. 6 in gröfserem Mafsstabe zeigt, ausgeschnittenist. In weiteren Fällen werden reichere Beispiele vorkommen.Fig. 4 zeigt den Durchschnitt bei a Fig. 1. Die Einrahmung derSchalbretter wurde wegen ihrer gröfseren Länge vorgezogen, da siein früheren Beispielen nur immer die Länge einer Balkenweite hatten,hier aber von einem Laschenholze bis zum anderen reichen, vona bis b in Fig. 2. Fig. 5 zeigt die Ansicht zu Fig. 4. Fig. 6giebt das Detail der Decke. Fig. 7 die Untersicht unter eines derHölzer b in Fig. 1. Fig. 8 zeigt eine Decke mit sichtbarem Hänge-werk. Die Schalung ist bis an die Höhe der den Kehlboden bilden-den Balken a an die Sparren, von da an aber an diese genagelt.Die Konstruktion ist aus der Zeichnung ersichtlich. Fig. 9 zeigtden Längendurchschnitt. Fig. 10 die Deckenschalung in gröfseremMafsstabe. Die Verzierung des Brettes b ist gemalt. Fig. 11. DerTheil b. Die in dem Zwischenraum zwischen Büge und Schalungangebrachte Verzierung a kann entweder aus einem Brett ausge-schnitten, oder gemalt sein. Fig. 12 zeigt die Vorderansicht derBügen b. Fig. 13 giebt die Vorderansicht der Hängesäule c ingröfserem Mafsstabe. Fig. 14 die Untersicht unter den Balken bei d.

Fig. 15 die Seitenansicht bei d.

Tafel 8. Holzdeeken mit sichtbarer Daehkonstruktion. Fig. 1.Ein Hängewerk mit zwei Hängesäulen. Die Schalung ist von untenan die Sparren genagelt, so dafs die ganze Konstruktion des Hänge-werks sichtbar bleibt. Fig. 2 zeigt den Längendurchschnitt.

Fig. 3 den Durchschnitt durch die Zargen bei a. Fig. 4 die Unter-sicht daselbst. Fig. 5 und 6 das Detail der Bügen. Fig. 7 dasDetail der Schwellen b b. Fig. 8 die Vorderansicht gegen dieHängesäule und den durchlaufenden Balken. Fig. 9 den Grundrifs,und zwar giebt die untere Hälfte die Grundrisse von a bis b in Fig. 8,die obere Hälfte die von c bis d. Fig. 10 zeigt die Seitenansichtdes unteren Theils der Hängesäule und den Durchschnitt des Balkens.Fig. 11 den Grundrifs des Theils e f in Fig. 8 bis 10. Fig. 12 dieSeitenansicht des Baldachins, mit welchem die mittlere Hängesäulenach unten schliefst. Fig. 13 den Grundrifs desselben. Fig. 14giebt das Detail der Deckenschalung. Die daselbst angedeutete Mafs-werkverzierung kann gemalt werden, und zwar könnte diese Malereiam leichtesten in der Weise hergestellt werden, dafs die Konturen desMafswerks mit schwarzen Linien gezogen, die Gründe blau oderroth gedeckt und der Schatten in dem Mafswerke leicht mit braunangegeben würde.- Fig. 15 zeigt die Ansicht der Verschalungzwischen Mauer nnd Decke. Fig. 16 den Durchschnitt dazu. DieBandverschlingung kann ebenso wohl gemalt werden. Fig. 17Ein Hängewerk ohne durchlaufenden Balken. Fig. 18. Der Längen-durchschnitt desselben. Fig. 19. Die Vorderansicht gegen dieKreuzungspunkte a. Fig. 20. Die Unteransicht dazu. Fig. 21.Die Ansicht der an diesen Punkten angenagelten Wappenschilde*

Fig. 22. Die Seitenansicht. Fig. 23. Die Ansicht der in Fig. 17mit b bezeichneten Schwelle und der dieselbe mit Mauer und Deckeverbindenden Schalbretter. Fig. 24. Der Durchschnitt dazu.

Tafel 9. Hängewerke. Fig. 1. Ansicht einer in Ketten gehängten

Decke. In Prag kommt ein Fall der Art vor, wo nämlich in einemübei wölbten Räume unterhalb des Gewölbes eine Holzdecke ange-bracht wurde, welche man dann an dem Gewölbe mit Ketten auf-hängte. Man hätte nun in vorliegendem Falle ebenso gut ein Hänge-werk mit Hängesäule und Träger anbringen und diesen an derHängesäule mit Ketten befestigen können, was dann bei einiger Ver-schlingung der, soweit sie sichtbar, vergoldeten Ketten gleichfallseinen reichen Anblick gewährt hätte. Hier aber ist Hängesäule undTräger durch eine Kette ersetzt, welche sich um jedes Stuhlgebindeschlingt und um die Unterseite der Balken läuft, bis sie mit ihrenEndpunkten entweder an der Mauer oder an den letzten Stuhl-gebinden befestigt wird. Die Balken sind in der Mitte, da, wo sievon der Kette gefafst werden, mit eisernen Platten beschlagen, welchemit Ringen versehen sind, durch welche die Ketten fassen, undwerden an dieser Stelle durch angebrachte Stichbalken a in Fig. 1gegen ein Zusammenschieben gesichert. Sehr nahe liegt es dann,in die Kette da, wo sie frei hinläuft, von Blech getriebene Zierratheneinzuhängen, welche dann wie die Kette vergoldet werden könnten.Aufser dem leichten, zierlichen Ansehen, welches eine solche An-ordnung gewähren würde, wird auch durch Weglassung des Trägersdie Höhe des Raumes unverringert erhalten. Fig. 2 zeigt denQuerdurchschnitt durch die Dachkonstruktion. Fig. 3 den Längen-durchschnitt. Fig. 4 die Ansicht eines Balkens in gröfserem Mafs-stabe, da, wo ihn die Kette umschlingt. Fig. 5 die Untersicht des-selben. Fig. 6 den Durchschnitt durch den Balken und die Ansichtdes Stichbalkens. In der Wirklichkeit würde die Kette nicht vor demStichbalken, wie hier gezeichnet, sondern durch in demselben ange-brachte Löcher a in Figur 5 laufen. Fig. 7 zeigt eine Decke mitsichtbarer Konstruktion. Der Balken des Bundgespärres a wird so-wohl durch die Hängesäule b als durch die Bügen c gehalten, dieSparren d sind gleichfalls sichtbar und die Verschalung darauf ge-nagelt. Die Firstschwelle e wird, wie der Längendurchschnitt Fig. 10erweist, von der Hängesäule aus durch Kopfbügen unterstützt.Fig. 8 giebt das Profil der Schwellen / und e, sowie der Sparren d. Fig. 9 zeigt .das Profil der Hängesäule und der Kopf bügen g inFig. 7 und 10. Fig. 10 den Längendurchschnitt und zwar ist in denBundgespärre zur rechten Seite die Hängesäule in ihrer ganzen Längesichtbar, in dem auf der linken Seite ist sie aber unterhalb des An-satzes der Kopf bügen abgeschnitten dargestellt. Fig. 11 zeigt dasDetail des Balkens und des zwischen Balken und Bügen c ange-brachten Mafswerks. Fig. 12 giebt die Ansicht der Laschenhölzer hin gröfserem Mafsstabe. Fig. 13 das Profil des Balkens. Fig. 14den Grund der Laschenhölzer. Fig. 15 den Schlufs der Hänge-säulen. Fig. 16 zeigt die übliche Verbindung von Hängesäule mitTräger, wobei die an der Säule angebrachten Hängeeisen a durchden Balken und zu Seiten des Trägers hinabgehen und das denTräger haltende Eisen b daran mittelst der Muttern c angeschraubtist. Fig. 17 ist die Längenansicht. Der Träger ist an dieser Stellemit eisernen Beschlägen versehen, welche nicht nur ein etwaigesEindrucken der Eisen in das Holz hindern, sondern auch, wenn sieverziert oder vergoldet wären, der ganzen Bildung einen reicherenCharakter geben würden.

Tafel 10. Gesehalte Decken. Die in den vorigen Blättern ge-zeigten Decken mit sichtbarer Konstruktion sind nicht in allen Fällenanwendbar. Einestheils verbieten sie sich schon da von selbst, woman nicht geschnittene, sondern beschlagene Balken verwendet,anderntheils sind sie auch schon durch das erforderliche Kehlender Balken immer kostspieliger als die hier gezeigten, wobei dieSchalung von unten an die Balken genagelt ist. Die einfachstenArten, derlei Decken zu bilden, sind schon in Tafel 5 enthalten, in-dem die dort anf die Balken genagellen Schalungen ebensowohldarunter genagelt werden könnten. Das Charakteristische bei dieserletzten Verwendung geben dann die Stöfse der Bretter ab, welcheverdeckt werden müssen und dann auf die mannigfaltigste Weise ge-bildet werden können. Figur 1 zeigt ein Beispiel der Art. Fig. 2.Die Verbindung der die Längsfugen deckenden Bretter mit den dieStöfse deckenden in gröfserem Mafsstabe. Ebensowohl hätten dieBretter a gleichfalls bis an einander laufen und dann auch ihre Stöfsedurch das Brett b gedeckt werden können, das dann darüber genageltworden wäre. Fig. 3 zeigt den Durchschnitt durch Fig. 1 nach a b.Die zurückliegenden Bretter c sind bemalt und es kann diese Malereiauf verschiedene Weise ausgeführt werden; so könnte man in Fig. 2das Laubwerk in der Holzfarbe stehen lassen, mit Conturen um-ziehen, mit wenigen Strichen schraffiren und dem Grund eine be-liebige tiefe oder leuchtende Farbe geben, oder es könnte auch dasLaubwerk in natürlichen Farben gemalt sein. Immer aber verdientdie ältere Ausführungsweise, wonach derlei Verzierungen gewisser -mafsen gezeichnet und gefärbt erscheinen, vor der neuen und ge-malten, plastisch sein sollenden den Vorzug. Es wird dies durchden ersten einfachsten Versuch seine Bestätigung finden. Dasselbegilt von gemaltem Mafswerk. Das soll gerade kein plastisches,sondern gemaltes Mafswerk vorstellen, und daher ist die Ausführung,welche, sich den Mitteln anpassend, das giebt, was sie geben kann,besser als die, welche ein unvollkommenes Abbild einer durch ein