Druckschrift 
12 (1829)
Entstehung
Seite
CXLIV
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cxi.iv

»neben Agamemnon zu stellen? Ist es denn wahrschei-nlich, daß Ägisthos die Ermordung der Kassandra»auf sich genommen, hingegen die Ermordung Aga-«memnons, der Hauptperson, einem Gehülfen aufge->,tragen habe ? Endlich was für einen Moment der Be-«gebenheit hätte der Künstler gewählt ? Die That ist«schon vollbracht, denn Agamemnon und Kassandra-.sind todt: also ein Moment nach der Handlung, folglich«keine Handlung mehr.»

Als Klytämnestra und Ägisthos, nachdem sieAgamemnon ermordet hatten, auch Orestes, deneinzigen Sohn Klytämnestras von Agamemnon,töden wollten, weil sie fürchreten , daß er sich einst an ih-nen wegen der an seinem Vater verübten That rächenwürde: so entriß ihn seine Schwester Elektra den Nach-stellungen, und schiiite ihn heimlich an Strophos,König von Orchomenos. Hier wuchs er auf und schloßmit Pylades, dem Sohne des Strophos, jene be-rühmte Freundschaft. Bom Orakel Apollos aufgemun-tert, den Tod seines Vaters zu rächen, zog er mit Py-lades nach Argos, wo er seiner Schwester Elektraden gefaßten Entschluß mittheilte, sich aber sonst nicht zuerkennen gab, sondern als ein Fremdling mit seinem Freun-de in das väterliche Haus ging und die falsche Nachrichtvon seinem eigenen Tode hinterbrachte. Ägisthos eiltevor Freude darüber herbei, und wurde von den zweiFremdlingen sogleich niedergemacht. Dann schlepte Ore-stes seine Mutter an den Ort, woÄgisths Leichnam lag,und stieß ihr gleichfalls das Schwert in die Brust. Kaumaber hat er die That vollbracht, so stürze» die Furien aufihn los, verfolgen ihn unabläßig; er muß feine Heimatwieder verlassen und zu Delphi am Altar Apollos,auf dessen Rath er den Mord vollbracht hat, Ruhe su-chen. Aber die Furien folgen ihm auch dahin, und alssie dem Supplex an heiliger Stätte nicht beikommen können,