Druckschrift 
12 (1829)
Entstehung
Seite
CXLIII
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tare heruntersteigt, widerspricht dieser Erklärung gänz-lich: er tritt mit der größten Vorsicht über die schlafendeFigur, die auf der Erde liegt, hinweg, schleicht auf den«Zehen, und wendet alle Sorgfalt an, sie nicht aus demSchlafe zu weken. Wie paßt dieses zu einem Gehülfen.des Ägisthos, der zum Morden heraneilet? Noch«weniger befriedigt die Erklärung der weiblichen Figuren.«Die Fakel in der Hand Klytämn estras, wenn diese«auch als müßige Zuschauerin dastehen könnte, ließe sich«etwa noch erklären; aber die Schlangen? Darf denn«der Künstler, um Zorn und Wuth auszudrücken, zu Sym-«bolen seine Zuflucht nehmen?Dieses darf ermeinesEr-«achtens nur thun, wo der zu bezeichnende Gegenstand aus-..ser dem Gebiete der Kunst liegt. War dieses aber hier«der Fall? Und zugegeben, daß der Künstler sich dieses«bei Klytämnestra hätte erlauben dürfen, konnt' er»es auch bei den übrigen Figuren? konnt' er schlafen-den Figuren Attribute des Zorns beilegen? Die Er-klärung des ausgespannten Gewandes ist zu weit herge-holt, sie gründet sich auf eine Stelle im Athenäus,«und bei Homer findet man nichts davon. Endlichstimmt«die ganze Vorstellung weder mit Homers Erzählung,«noch mit der eines spätern Dichters überein, da wir hier«eben so wenig Anstalten zu einem Bade als zu einem«Gastmahle finden. Wollte der Künstler den von W i n-«ckelmann angenommenen Gegenstand ausführen, so«waren die Hauptpersonen unstreitig wieder Ägisthos«und Agamemnon,- alle andern, selbst Kassandra,«waren Nebenpersonen; denn um diese war es dem«Ägisthos gar nicht zu thun; sie wurde nur ein Opfer«von Klytämnestras Eifersucht. Die Natur der Sache«also hätte schon ersodert, daß jene beiden Figuren das«Hauptgrupo, oder wenigstens ein Grupo ausgemacht.«Aber wie konnt'es dem Künstler einfallen Ägisthos«neben Kassandra, und einen unbekannten Gehülfen