Druckschrift 
12 (1829)
Entstehung
Seite
LXXXVIII
Einzelbild herunterladen
 

I.XXXVIII

gleich einen Begrif von der Bewerkstelligung einer solchenArbeit zu machen, welches auch vielleicht noch lange Zeitein Räthsel geblieben wäre, wenn man nicht da, wo die-ses Stük abgebrochen ist, an dem Durchschnitt desselbendie ganze Dike durchlaufenden Striche von ebendenselbenFarben als die, so auf der Oberfläche erscheinen, ent-dekt hätte, und daraus schließen konnte, daß diese Ma-lerei von verschieden gefärbten Glasfäden an einander ge-sezet, und nachher im Feuer zusammengeschmelzt sei.

Es ist nicht zu vermuthen, daß man so viel Mühe an-gewendet haben würde, dieses Bild durch die unbeträcht-licheDike eines Sechstelzolles durchzuführen, da solches mitlängern Fäden in ebenderselben Zeit durch eine Dike vonvielen Zollen zu bewerkstelligen eben so möglich war.Dahero mußte man schließen, daß dieses Gemälde in derDike eines Sechstelzolles von einem langer» Stüke, durchwelches es fortgeführt war, abgeschnitten worden, unddaß man dieses Bild so oft vervielfältigen können, alserwähnte Dike in der ganzen Länge des Stüks enthal-ten war.

Das zweite Fragment ist ungefähr von derselbenGröße und auf ebendieselbe Art verfertigt. Es sind aufdemselben Zieraten von grünen, gelben und weissen Far-ben auf blauem Grunde vorgestellet, die aus Schnörkeln,Perlenschnüren und Blümchen, die auf den Spizen pyra-midalifch an einander laufen, bestehen. Alles dieses istsehr deutlich und unverworren, aber so unendlich klein,daß auch ein scharfes Auge Mühe hat, den feinsten En-dungen, in welche sich sonderlich die Schnörkel verlieren,nachzufolgen; und demungeachtet sind alle diese Zieratenununterbrochen durch die ganze Dike des Stükes fortgesezt.

Auf einigen metallenen Schalen und andern Geräthenfindet man einige dem Schmelzwerke sehr ähnliche Blu-menzieraten, welche daher auch gemeinhin für alte Emaille-arbeiten ausgegeben werden, Die an den vorherbefchrie-