Druckschrift 
12 (1829)
Entstehung
Seite
LXXXVII
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I.XXXVII

fertigen gewußt, deren ausserordentliche Zierlichkeit undSchönheit auch in den beiden Fragmenten, so im ver-wichenen Jahre davon in Rom zum Vorschein gekommen,Kenner und Liebhaber der Künste in nicht geringe Ver-wunderung gesezet. Beide diese Stü'ke hatten nicht völligeinen Zoll in die Länge und ein Drittheil desselben in dieHöhe. Auf dem einen erschien in einem dunklen, abervielfarbigen Grunde ein Vogel, welcher einer Ente ähn-lich ist, von verfchiednen sehr lebhaften Farben, mehraber im chinesischen, willkürlichen Geschmak, als der Na-tur gemäß, vorgestellet. Der Umriß ist sicher und scharf;die Farben schön und rein und von sehr sanfter Wir-kung, weil der Künstler nach Erforderung der Stellenbald durchsichtiges, bald undurchsichtiges Glas angebrachthat. Der feinste Pinsel eines Miniaturmalers hätte denZirkel und Augapfel, so wie die scheinbar schupichten Fe-dern an der Brust und den Flügeln (hinter deren Anfangedas Stük gleich abgebrochen war) nicht genauer und un-verworrener ausdrüken können. Die größeste Verwund-rung aber erweket dieses Stük, wenn man auf der um-gekehrten Seite desselben eben diesen Vogel wieder er-blikt, ohne indem geringsten Pünktchen einen Unterschiedwahrzunehmen; daraus man folglich schließen mußte,daß dieses Bild durch die ganze Dike dieses Stükes, wel-che ungefähr ein Sechstelzoll beträgt, fortgefezet sei, undda, wo man dasselbe auch durchschnitte, dieselbe Ente wie-derholt finden würde, welches die beobachteten durchsich-tigen Stellen einiger schönen Farben an dem Auge undder Brust noch mehr bestätigen.

Die Malerei erscheint auf beiden Seiten körnicht undaus einzelnen Stüken nach Art musaischer Arbeit, aberso genau zusammengesezt, daß auch ein scharfes Vergröße-rungsglas keine Fugen daran entdeken könnte. DieserUmstand und das auch durch die ganze Dike des Stük«sortgesezte Gemälde machten es unendlich schwer, sich so-