I.XXXVI
Geräthe auf eine sehr angenehme Weise vergrößernmußten.
Die beträchtlichste von den erhaltenen Pasten ist viel-leicht der große Cameo, der in länglichem Vierek mehrals 1 Palm breit und desselben hoch ist, und in demKabinet der vaticanischen Bibliothek aufbehalten wird.Er stellt in flacherhobenen, weissen Figuren auf dunkel-braunem Grunde die Geschichte — vor, und ist bereits— herausgegeben worden,*) welches mir nicht genau be-kannt, und Sie, wo Sie es nöthig erachten, anzuführenbelieben werden. Von Cameen eben dieser und äusser-ordentlicher Größe finden sich zuweilen einige Trümmer,welche uns die besondere Geschiklichkeit, so die altenKünstler in dergleichen Pasten von so besonderer Größegehabt, und vielleicht auch durch eben diese ungemeineGröße den Gebrauch derselben anzeigen. Vermuthlich sinddieselben unter andern entweder in Marmor gehauenen,oder auch nur gemalten sogenannten Arabesken alsZieraten an den Wänden einiger Tempel, oder derprächtigsten Zimmer ihrer Paläste angebracht gewesen,welches mir so viel wahrscheinlicher wird, weil man mehr-mals die Fußböden ganzer Gemächer mit künstlichen Glas-arbeiten gefunden, und gewissermaßen kann man schon dieFußböden von der gewöhnlichen musivischen Arbeit mithieher rechnen, weil die Künstler derselben, sonderlich,wenn sie Laub- und Blumenzieraten vorzustellen hatten,die schönsten Farben, die sie in Marmor und andernSteinen, deren sie sich dazu bedienten, nicht fanden, vongefärbten Glasstüken entlehnten.
Allein die Alten haben ausserdem uoch eine ganz be-sondere, dem Anscheine nach musivische Glasarbeit zu ver-
') S- G-schichte der Kunst <. B. 2 K. 20— 27.§wo sich Winckelmann selbst der Worte Reisen'stein? vcdienr hat.