Druckschrift 
12 (1829)
Entstehung
Seite
LXXXV
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l.xxxv

die gemeinsten Materien durch Einprägung der schönstenKunstwerke berühmter Meister zu veredlen wußten, undbei denen auch der Edelstein selbst, wenn er nicht durch dieArbeit eines großen Künstlers irgend einen Werth bekom-men hatte, (?) in keiner sonderlichen Achtung war, einezur getreuen Annehmung aller Formen so willige, inMannigfaltigkeit und Reichtum der Farben aber den schön-sten Steinen nicht allein ähnliche, sondern vielmehr vor-zügliche Materie erwählen mußten , um dieselbe zur Aus-bildung solcher Kunststüke, deren sie besonders fähig war,anzuwenden.

Die aus einer so zerbrechlichen Materie verfertigtenWerke haben den feindlichen Verwüstungen so vieler Jahr-hunderte nicht widerstehen können, daher haben sich auchausser einigen schäzbaren Trümmern nur wenige, zwarunzerbrochene, in der Erde aber fast wieder verwefeteSüke bis auf unsere Zeit erhalten, welche die Schönheit,so sie ehemals gehabt, nur sehr unvollkommen darstellen,und es ist daher kein Wunder, daß eine Kunst, zu de-ren Fortsezung sowohl die Nachrichten als die Meistergefehlet, fast gänzlich verloren gegangen. Doch ist die-selbe auch in ihren wenigen Überresten noch so reizend undso schön, daß sie auch aus ihrer Asche wieder hervorge-sucht zu werden verdienet.

Die schönsten unter diesen Überbleibseln, welche zuverschiedenen Zeiten, sonderlich in und um Rom unterdem Schütte ehemaliger Paläste hervorgegraben worden,sind die sogenannten Pasten, womit man vor diesem alles,so die größesten Künstler vollkommenes, oder merkwürdigesin Edelsteinen erhoben und hohl eingeschnitten hatten,mit so großer Wahrheit und genauer Übereinstimmung,sowohl in Ansehung der Farben als der Kunst, nachzu-ahmen gewußt, daß sie mit demselben Vergnügen und mitebenderselben Belehrung, als ihre Urbilder, betrachtetwerden können, und die Pracht ihrer Paläste und ihrer