I.xv
ähnliches Bild geben können aus dem Reichtume von tau-send griechischen Schönheiten in der Natur und Kunst.*)
Uns ist von allen göttlichen Figuren, die in der höch-sten Idee entworfen, und im erhabensten Styl gearbeitetworden, nur diese allein übrig geblieben; alle andern Gott-heiten erscheinen uns mit Mängeln und Schwachheiten derMenschlichkeit in Vergleichung mit dieser, und wie untereKräfte gegen eine höhere Macht.
Kein Jupiter, von der Hand alter Meister mit Ma-j estät erfüllt, und mit dem Donner gerüstet, kein Bak-chus, auf dem Reiz der Jugend blühet, von denen, welcheuns die Zeit und die Wuth der Menschen übrig gelassen,können gegen diesen Estt der Musen bestehen. Er ist derGott und das Wunder der alten Kunst. Eine mit Be-stürzung vermischte Verwunderung wird dich ausser dichsezen, wie dort den Pygmalion, unter dessen Händensein Bild Leben und Bewegung bekam; ja das Körper-liche wirv dir geistig werden.
Aus dem, was ich selbst empfunden beim Anblike diesesWerks, bilde ich mir die Rührung einer Seele, die mitnatürlicher Empfindung des Schönen begabt ist, und inEntzükung gegen das, was die Natur übersteigt, kanngesezet werden.
Mit Verehrung schien sich meine Brust zu erweiternund aufzuschwellen, und ich nahm gleichsam einen erhabe-nen Standpunkt an, um mit Würdigkeit anzuschauen. Un-vermerkt fand ich mich im Geiste nach Delos und in dielyrischen Haine, Orte, die Apollo mit seiner Gegenwartbeehrte, geführet, und ich glaubte den schönsten der Götter
») Vor den Worten: Aus dem Neichtume vontausend griechischen Schönheiten in der Na-tur und Kunst sind folgende Worte durchstriaien:dem Ueberfluß höherer Schönheit in derNatur und Kunst.