Druckschrift 
12 (1829)
Entstehung
Seite
XLVI
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XI.VI

griechische Stellen zu übersezen, weil es wenige nöthighatten, da war die Zeit der Kenntniß des Altertumsunter Gelehrten und Künstlern, und Ariosto, Ra-phael und M icha el An g e lo machten ewige Werke,und arbeiteten für die Unsterblichkeit. Der damalige Florder griechischen Gelehrsamkeit war freilich nicht die nächsteUrsache der Nachahmung des griechischen Altertums beierwähnten beiden Künstlern; aber es lag in ihr der ent-ferntere Grund hiezu. Die allgemeine Kenntniß derGriechen lehrte denken wie sie, und durch die Weisen brei-tete sich der Geist der Freiheit aus, welcher, wie Hob-bes lehret, nicht leichter erstikt werden kann, als wennder Jugend die Lesung der Alten untersagt wird. VieleLänder hatten ein sanftes Joch, seuszeten nicht unter demZwange, und unter der Menschlichkeit war so viel Ungleich-heit nicht eingeführet.*) Aber die Gelehrten dieser Zeit hat-ten ein großes und noch näheres Antheil an der Größe,zu welcher Raphael und Michael Angelo gelangetsind. Ihre Freunde waren diejenigen, die Xenophonund Platon gebildet hatten, und deren Schriften ihrerNation dasjenige sind, was jene aller Welt sein "sollten,Man hörte nach der Zeit nicht ganz und gar auf, nachden Werken der Alten zu studirenz aber die Kunst wurdehandwerksmäßig getrieben selbst unter den Carracci,und diejenigen, welche ihre Schüler, wurden mehr ange-wiesen zur Fertigkeit der Hand und zur Nachahmung ih-rer Meister, als zu den hohen Schönheiten der alten Künst-ler. Eben so ging es mehrentheils mit der Anweisungzum Lesen einiger Schriften der alten Griechen ....

(So muß wohl diese Stelle lauten, wenn sie etwaSheissen soll.)