Druckschrift 
12 (1829)
Entstehung
Seite
XLV
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XI.V

Reifere Gedanken über die Nachahmung der Altenin der Zeichnung und Bildhauerkunst.^)

Es ist beinahe ein Jahrhundert verflossen, da ein großerTheil einer Nation, mit Blindheit geschlagen, nichts alswas neu war schäzete, und diese Periode heißt bei ihnen diegüldene Zeit der Künste. Ja diese Blindheit war fast einallgemeines Übel dieser Zeiten, und in Rom, am Sizder Künste, war es von gefährlichen Folgen. Es war die-jenige Zeit, wo die eitle Pracht der Höfe überHand nahm,und die Verzärtelung, Faulheit und Knechtschaft der Völ-ker beförderte. Die Wissenschaften waren in den Händender Gelehrten nach der Mode, der Gelehrten der Vorkam-mern, und man jiuchete viel zu wissen, um viel zureden,geschwinde und mit wenig Mühe sgelehrtZ zu erscheinen.Man gedachte sich den Weg zu der Quelle der Wissen-schaften zu verkürzen, und dadurch wurden die Quellenweniger geachtet, und endlich unbekannt, und das Ver-derbniß ging von den Wissenschaften über unter die Künste.Die Schriften der Weisen aus Griechenland wurden sowenig als die Statuen ihrer Künstler angesehen, und dieZahl derjenigen, die mit einem wahren Verständniß dieWerke der alten Künstler betrachteten, war dennoch weitgeringer als derjenigen, welche die Denkmale des Ver-standes und der Gelehrsamkeit dieser Nation zur eigenenZufriedenheit untersuchten.

Da Homer in seiner Sprache, wie in Athen, erkläretwurde, und man sich ein Bedenken machete, angeführte

l Dieses Bruchsiiik k.in,i sehr stur zeigen, wie sirengWinckelmaiin gegen sich und seine Werke war.)