XXXVI
sizend, von Alabaster, welcher bei Theben gebrochen wur-de, und ist größer als die Natur. Der Stuhl, auf wel-chem sie sizet, ist ohne die Lehne vier Palmen hoch, wel-ches die Größe derselben mit anzeigen kann, und hintenund vorne am Stuhle stehen Hieroglyphen. Ferner istein Anubis von Granit in Lebensgröße anzuführen, miteinem Kopfe, welcher zugleich etwas von einem Löwen,von einer Kaze und vom Hunde hat; der Hintcrkops istmit einer ägyptischen Haube bedekt, und auf dem Kopfeerhebet sich ein sogenannter Nimbus einen Palm hoch. Esbefindet sich auch hier unter andern eine mit untergeschla-genen Beinen auf den Knieen sizende weibliche Figur, inLebensgröße, von schwarzem Granit, welche drei kleine,erhoben gearbeitete Figuren vor sich hält. Derjenige,welcher sie für den Athanasius Kircher in seinemägyptischen Hdipo gezeichnet, hat sich begnüget, an-statt dreier Figuren, nur eine einzige zu fezen. Es standdieses Werk ehemals zu Rignano, auf der Straße nachLoretto.
Der folgende und spätere Styl der ägyptischen Kunstist von dem ältern Style sehr verschieden; welches billighätte von denen sollen bemerket sein, die sich unterfangenhaben, von der Kunst dieses Volkes zu schreiben. Es istzu glauben, daß die ägyptischen Künstler unter der persi-schen Regirung, da sie mehr Verkehr mit den Griechenals vorher hatten, sonderlich aber nachher unter den Kö-nigen aus griechischem Geblüte, die Werke der Kunst vongriechischen Künstlern nachzuahmen angefangen haben. Unddieses sehen wir erstlich in der Bildung, die in den Köp-fen der Figuren dieses Styls den griechischen Köpfenähnlicher kömmt; auch Hände und Füße sind mehr nachder Natur gebildet. In der Villa, von welcher wir re-den, sind zwar Statuen aus dieser Zeit, aber ohne ei-gene Köpfe, Hände und Füße; und ich muß hier zum Be-weise eine weibliche Figur, von Basalt, und unter Le-