XXXVII
bensgröße im Campidoglio anführen. Was dic Zeich-nung betrist, so ist dieselbe an den mehrcsten Statuennicht verschieden von dem ältesten Style; in einigen aberist es der Stand. In der Bekleidung aber ist ein merk-licher Unterschied. Denn erstlich zeiget sich an den weib-lichen Figuren dieser Art ein Unterkleid von leichtem Zeu-ge, welches über die Hüften kann angelegt sei»; und einanderes, welches wie ein Oberhemde ist, und die Brüstebedeket, bis an den HalS; ferner ein Rok mit kurzenÄrmeln, welcher bis unter die Brüste gehet; und ausser-dem ein Mantel- Dieser ist an einer Figur in Lebens-größe dieser Villa an zwei seiner Enden über di» Schul-tern gezogen; das eine Ende ist um die eine Brust untenherum genommen, und mit dem andern Ende, zwischenden Brüsten zusammengebunden, so daß zugleich derRok unter den Brüsten durch dieses Band erhalten, undin die Höhe gezogen wird. Hiedurch ziehen sich an demRoke Falten, welche aufwärts von beiden Seiten, aufden Lenden und Beinen gezogen werden; und von denBrüsten herunter hängen zwischen den Beinen ein paarsenkrechte Falten. Diese Figuren sind ohne Hierogly-phen.
Die Nachahmungen ägyptischer Werke sind zur ZeitHadrians gemachet, und leicht zu kennen, sowohl an derBildung, als an der Zeichnung und Kleidung. Die schön-sten Werke dieser Art in dieser Villa sind zwo weiblicheFiguren von schwarzem Marmor, und eine männliche Fi-gur in Rosso Antico, an welcher die Beine und Armenoch nicht ergänzet sind. Diese scheinet einen ägyptischenAntinous vorzustellen, wie der fälschlich sogenannteGöze von weissem Marmor im Campidoglio; ja diezwo großen Statuen von röthlichem Granite zu Tivolisind nichts anderes als Statuen dieses Lieblings, welchesich in der Geschichte der Kunst wider die gemeineMeinung zu erweisen suchen werde.