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sind, begnügen sich mit dieser Achtung, und da die wenig-sten in einer fremden Sprache sich fertig ausdrüken können,so ist ihre Bekanntschaft nicht für flüchtige Reisende, unddiese nicht für jene. Sie genießen die Freundschaft undVer«traulichkeit der Großen, und einige Stunden gleichsam ineiner Brüderschaft mit gedachtem Cardinal Passionei,von welcher auch ich ein auswärtiges Mitglied war. Mangenoß auf seinem Eremo, oberhalb Frascati, das Land-leben mit eben der völligen Freiheit, die man sich, woman auf eigene Kosten lustig sein will, nur irgend zu neh-men gewohnt ist; zu Nacht fpeifete man mit Sr. Emi-nenz in völligem Nachtzeuge. Der Weg zum Leben undUnterhalt eines Gelehrten ist ebenfalls, wie derzur Achtung,verschieden von demjenigen, den man sonderlich inprotestantischen Ländern suchen muß. Denn hier muß esbei den mehresten die Lunge verdienen, und in Rom gibtes die Kirche dem, der es da zu suchen weiß. Da nundiese den ehelosen Stand befiehlt, und das Klima selbstdie Mäßigkeit lehret: so ist das, was anderwärts kaumnothdürftig wäre, hier hinreichend, zumal da die Mengeder öffentlichen Büchersäle und der stündliche Eintritt zueinigen derselben einem Gelehrten die größten Kosten er-leichtert. Viele von den hiesigen Gelehrten leben also inder Stille, genießen sich selbst und die Musen, sind alsowahre Philosophen, ohne es zu scheinen. Man kann alsovon der Menge der Schriften, die jenseit der Gebirge jähr-lich ans Licht treten, und von den wenigen, die in Romgedrukt werden, keinen Schluß auf die größere oder ge-ringere Übung in den Wissenschaften machen. So wie inDeutschland, ausser den berühmtesten neuern wälschen Dich-tern Ariosto, Tasso, Marino, wenige andere be-kannt sind; eben so verhält es sich in gewissem Maße mitden Gelehrten. Aber so wie kaum der Name des größtenlyrischen Dichters, Alexander Guidi, jenseit der Ge-birge gehört worden, so würde man daselbst auch von