Druckschrift 
12 (1829)
Entstehung
Seite
XVII
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Rom, dessen Kenntniß gleichsam eine besondere Wissen-schaft ausmachet, ward, wie die griechische Sprache, schwe-rer im Fortgange, als im Anfange; man siehet allererstnach einiger Zeit, wie viel man nöthig hat, dieses Landrecht zu kennen. Das Mehreste ist abgebildet und beschrie-ben, gibt aber nicht viel mehr Begris, als derjenige ist,welchen ich einem englischen Lord, den Sie kennen, in Romselbst, von Tivoli gab, auf sein Befragen, ob es sich derMühe verlohne, dahin zu gehen?Alte Mauern, sagteich, können Sie sich vorstellen, und Wasserfalle werdenSie in Kupfer gesehen haben." Hiermit war derselbe zu-frieden, um nicht hinzugehen; denn es rochen ihm sogardie Rosen übel, wie man zu sagen pfleget. In der Gale-rie des Collegii Romani allein sind, Statuen undGefäße von Erz ausgenommen, eben so viel, ja nochmehr und seltnere kleine Sachen von Erz und in andernMaterien, als selbst in dem herculanischen Museo. Aberwer, wie die mehrsten, diesen Schaz siehet, wie der Hundam Ufer des Nils im Lause trinkt, dem wird es gezeigetwie er siehet. Vom Campidoglio, welches insgemein ineiner Stunde gesehen wird, wäre einen ganzen Monat zureden. Denn hier gilt nicht, was zuweilen wahr ist, daß,wer sich in Kleinigkeiten einläßt, die großen Absichten ver-liert; in der Kunst ist nichts klein, so wenig als in demgeringsten Jnsecte nach den Absichten betrachtet.

Ich will versuchen, ob es mir gelinget, dasjenige,was wir zuweilen miteinander geredet haben, und was ichwünschete meinen Herrn Landsleuten , die mir die Ehre ih-res Besuchs gönnen, in der ersten Unterredung zu sagen,in einen Brief zu fassen. Hierdurch seze ich mir selbst Grän-zen einer lehrhaften Kürze, in welcher ich ausser jenem ineinem so weiten und mir bekannten Felde nicht bleibenwürde. Die Ordnung, in welcher ich zu reden habe, bie-tet sich von selbst dar: es ist die Untersuchung desOrts selbst und der darin enthaltenen Merkwürdigkei-