Druckschrift 
12 (1829)
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XVI
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XVI

Sendschreiben von der Reise eines Liebhabers derKünste nach Rom.^)

An Herrn Baron Riedesel.

Es könnte nach dem Sprichworte der Alten eine Jliasnach dem Homerus scheinen, ein Sendschreiben an Siezu richten zum Unterrichte einer Reise nach Rom, welcheSie mit vieler vorläufigen Einsicht und großem Nuzengemacht haben. Meine Absicht aber für Sie ist Erinne-rung, nicht Lehre, und andern, welche zu belehrensind, habe ich das Vergnügen nicht nehmen wollen, eigneBemerkungen inRom zu machen; daher ist dieser Entwurfkein Führer und Begleiter, sondern höchstens nur ein Weg-weiser, und zwar für diejenigen, deren Zeit eingeschränktist. Die jungen deutschen Stiftsherrn, die ein ganzes Jahrin Rom zu stehen verbunden sind, haben diesen Unterrichtnicht nöthig. Andere Reisende befinden sich in Rom wiein einem großen Gedränge, wo man niemand bemerkenkann; andere sind wie der Wind in den Orgelpfeifen, undentfernt von hier, wie der Wind vorher war; auf beideArt habe ich ebenfalls nicht gedacht, sondern auf diejeni-gen, die, wie Sie, so sehen, als wenn vor einer erleuch-teten Versammlung Rechenschaft davon zu geben wäre,und die Liebe zu Rom und zu den Künsten unterhalten.

») Studien von Daub und Creuzer- V, 26?. DieseFragmente sind die ersten Entwürfe zu den Römi-schen Briefen/ die Winckcimann schreiben ivoli«te / und wovon in der Biographie S. »xxviii ge-redet ist.