Briefe. 21
Anfang, welche Nagel machte/ könne von keinemKünstler sein.
An Kaspar F ü e ß l y.
lNach Zürichs
Rom, den 26 Nov. Z76Z.
?>or einigen Tagen übergab mir Ihr junger Bau-meister Ihr geliebtes Schreiben/ nachdem er bereitsein paar Wochen angelanget war. Ich bin mit gu-tem Rathe nicht sparsam, auch mit Erinnerungen,die der eigenen Liebe und Achtung webe thun. Ichhabe ihm eine Methode vorgeschrieben, und izo dembesten Baumeister empfohlen, von welchem er vielWahrheit hören und die Schönheit in der Kunst er-lernen kau; und da es unumgänglich nöthig ist, Fi-guren zu zeichnen, so wird ihm der beste Zeichnerin Rom freundschaftlich darin Unterricht geben, dasÜbrige komt auf dessen Fleiß an.
Ich habe ihm alles Lesen untersagt; das Lesenist eine gefährliche Klipe für Künstler, woran fastalle, die ich kenne, scheitern; den in solchen Jahrensoll der Verstand weniger als die Hand beschäftigetsein, und selbst in der Baukunst sind alle Regeln inwenig Tagen erlernet, aber die Übung kostet Jahre,der Verstand soll bei demselben der Hand gehorchen, undnicht umgekehrt, als bis zur Zeit, wo es geschehen kan.Lzo begreift derselbe noch nicht alles, was er wissenmuß, es wird ihn, aber gezeiget werden. Es ist aber nö-thig, daß dessen Eltern sich entschließen, wie viel Ze-t sieauf denselben in Rom wenden wollen, damit dersel-be seinen Plan machen könne.