10 Buch, 2 Kap. 65
folger in der vormundschaftliche» Negirung in Ma-cedonie»/ ließ zwar kurz nachher in einer öffentli-chen Ankündigung allen Griechen ihre vormaligeVerfassung und eigene Negirung darbieten; t) eSwurde aber dieses Anbieten nicht erfüllet/ und inAthen geschah das Gegentheil; den die Hafen dieserStadt blieben/ auf Anrathen des PhocioN/ mitmacedonischen Völkern besezet.
§. Die Kunst/ welche von der Freiheit gleich-sam das Leben erhalten/ mußte also nothwendigdurch den Verlust derselben/ an dem Orte/ wo die-selbe vornehmlich geblühet/ sinken und fallen. Kas--sander/ Sohn des AntipaterS/ und König inMacedonien/ nachdem er das ganze Geschlecht Ale-xanders des Großen aus dem Wege geräumethatte/ sezete den Atheniensern den berühmten De-metrius PhalereuS zum Regenten ihrer Stadt,welcher dieselbe ganze zehen Jahre nach seinem Winkund Willen zu ziehen wußte/ und Athen wurde wie-derum so volkreich/ als es sonst gewesen war.Man sollte aus den dreihundert und sechzig Statuenvon Erzt/'i) unter welchen viele zu Wagen und zuPferde waren/ welche dem DemetriuS Phale-reuS binnen Jahresfrist von seinen Bürgern aufge-richtet wurden/ schließen/ daß die mehresten Athe-nienser reiche Bürger nnd Künstler gewesen.
§.6. Dieses Regiment bestand/ bis Deme-triuS Poliorcetes/ Sohn des Königs Antigo-
1) OiolZ. 8!c. I. 16. c. 55—56. in ?koc. c. Z2.
2) O!o6. Lic. 1. i3. c. 65.
Z) 16. I. »3. c. 74.
4) ?Iin. I. 34. c. 6. 8ect. 12. OioZ. 1. 5. ^5.
Nach Di o Ch ry sostom us (ornt. Z7. p.466.) warenes und nach Plutarchus (k.eizzud!. xr«-
cext. ö2o.) nur 300. Meyer.