4 Theil.
Bei den Nachrichten/ die ich so viel als möglichüber die Fenster der Alten aufgesucht habe/ ist mirI>cr Zweifel aufgestoßen/ ob wohl bei ihnen auchFensterläden gebräuchlich gewesen/ mit welchen manim Nothfalle/ z. B. wen man schlaft/ die Zimmerganz verfinstern kan. Dieser Zweifel ist mir einge-kommen/ theils weil ich in verschiedenen Autoreitgefunden habe/ daß jemand/ während er am Tageschlief/ die Fliegen von stch wegjagen ließ/welchedoch/ wäre das Zimmer dunkel gewesen/ nicht darinherumgesumst hätten; theils aber auch/ weil Sue-tonius erzählt/2) daß Augustus/ wen er amTag geruhet/ stch die Hand vor die Augen gehaltenhabe/ um nicht vom Licht geblendet zu werden;theils endlich auch/ weil bei den Alten/ u>en vomAbhalten des Tageslichts die Rede ist/ keines andernVerfahrens Erwähnung geschieht/ als daß man Tuch(vel->) vor die Fenster gehangen habe. So mußman auch beim Ovidius in der Stelle/ wo er sagt/daß die Hälfte des Fensters verschlossen gewesen sei/>)vermuthen/ dasselbe sei mit einem von den zweiVorhängen/ die vor jedem Fenster waren/ verdektgewesen. Im Avollonius Nhodius ist indesseneine Stelle/ welche bei aller ihrer Dunkelheit dochdas Gegentheil zu lehren scheint. Wo derselbe vondem verliebten Wahnsin der Medea in Ansehungdes Jason spricht/ wie sie voll Ungeduld das Ta-geslicht erwartete/ so erzählt er/ daß sie mehrmalaus dem Bette gegangen und die Thüren desZimmers geöfnet habe/ um die Morgenröthe zusehen:
1) leren t. Tunuek. act. Z. scen. 6. v. 47-53.
2) e. 73.
3) .luvenktl. sat 9. v. io5.
4) ^.inor. !. 1. ele§. 5.