Druckschrift 
8 (1825)
Entstehung
Seite
402
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Denkmale.

derspruch gehoben wird/ der zwischen der einen undandern Stelle im Plato zu sein scheint.

Um nun wieder aus den Marmor zu komme»/so will ich nicht behaupten/ daß die stehende weib- >,liche Figur/ welche ein Buch in der rechten Handund überdies eine Stellung hat/ als wen sie irgendeine tragische Begebenheit recitirte/ eine Schauspie-lerin sei; indem die Weiber/ wenigstens auf dengriechischen Theatern/ zwar in den Chören des Orche-sters tanzte»/ aber nicht auch in den dramatischenStükcn mitspielten. Es erhellet dieses aus demtragischen Schauspieler bei AuluS GelliuS/ wel-cher in der Rolle Elektra mit dem Aschenkruge sei-nes eignen eben verstorbnen SohneS/ als wäre esdie Asche des' HresteS/ auf der Bühne erschien/ umsich dadurch desto besser in die Schwester desselben um-zuwandeln und sich um so inniger zu rühren.^)

Die Weiber mußten / meiner Meinung nach/ vondem Spielen auf der Bühne ausgeschlossen sein/entweder weil die Theater der Alten eine stärkereDeklamation crfodertcn/ als die weibliche Stimmehervorbringen kaii/ oder weil man es für nnschiklichhielt/ die Schamhaftigkeit dieses Geschlechts einersolchen Öffentlichkeit auSzusezen. Die Rollen derFrauen wurden daher zuweilen von Verschnittenengespielt; wovon wir bei XiphilinnS ein BeispielHaben / da derselbe erzählt/ daß VitellinS/ derin den Eunuch SpvruS/ welcher in Neros Ge-schichte so berüchtigt ist/ verliebt war/ begehrt habe/derselbe möchte aus der Bühne eine geraubte Nym-phe vorstellen. SporuS aber wollte lieber seinemLeben durch das Schwert ein Ende machen/ als sichmit diesem Ungeheuer einlassen.

2) ^ ocl. I, 7. c. L.

Z) Vnell. p. 196.»