Druckschrift 
8 (1825)
Entstehung
Seite
246
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246 Denkmale.

ten Seite steht hat die Hand auf ein Beil gestüjt:da sie indessen einen weniger anständigen Plaz ei„-niiiit/ so scheint es nicht/ daß man sie für Kas-sa n d r a halten könne. In Ansehung des' Beils kaiiman annehmen, daß eS nach dem vor dem Abcnd-mahle vollbrachten Opfer zurükgeblieben sei.

Der Jüngling, welcher auf einem Steine stjtund schläft/ und von Bartoli für eine weiblicheFigur gehalten worden, scheint OresteS zu sei»;den sein eilfjährigeS Alter, das er hatte, als er au-des ÄgisthuS Händen entkam,>) stimt sehr gutmit dem Aussehe» dieser Figur überein.

ES scheint, daß Kl>)tämnestra keine andereals die erste weibliche Figur mit den oben zusaiu-mengekiiüpften Haaren fein könne, welche von einerihrer Dienerinen begleitet den Mördern mit der an-gezündeten Fakel leuchtet. Das Tuch, das über diebeiden Terminus, welche man auf dem borghesi-schen Basrelief weit deutlicher unterscheidet: aus-gebreitet ist, treüt sie von den Figuren der Haupt«scene, worin man die Gewohnheit jener alten Zei-ten auSgedrükt sieht, da die Weiber vermittelst ei-nes Schleiers von den Männern abgesondert wa-ren. 2) Indem die Künstler wohlweislich die Kly«tämnestra auf der Seite anbrachten, haben siesich nicht von der Regel entfernt, welche die bestenZrauerspieldichter beobachteten und die auch Aristo-teles aufstellt,^) daß man nämlich keine Frauen,die über den Charakter ihres Geschlechts hinausge-hen, aufführen nnd sie nicht zu kühn und grausamvorstellen foll. Der nämliche Philosoph sagt andcr»-

1) dank. Oiaconielli not. all' c!l Lotocl. V. I I.P.6-

2) ^xollon. 1. i. v. 776.

3) c. i3.