Druckschrift 
8 (1825)
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

58

Denkmale.

wußten Stier vorzuführen/ während citt geflügelterkleiner Amor sie zu trösten und ihr alle Bedenklich-keiten zu heben scheint/ die ihr wahrscheinlich wege»dieser der menschlichen Neigung so ganz zuwiderlau-fenden Leidenschaft aufstießen. Die Fabel sagt/ daßVenuS aus Unwillen der Pasiphae, die ihr seitmehrern Jahren nicht geopfert hatte/ diese sonder-bare Liebe eingeflößt habe/ um sich zu rächen und ßezu strafen.

Ihre Unterredung mit dem Hirten ist geheim,wie man mit einer vertrauten Person spricht undwie dieses auch der darüber ausgebreitete Schleierandeutet. Dieses scheint einer von denen zu sei»/welche man oben unter der Deke der Zimmer aus-zubreiten pflegte/ damit der Staub/ der aus den Ri<zen der Bretter herabfiel/ darin aufgefangen würde. >ZMan sieht auf diesem Marmor auch zwei Kühe/und beide bedeuten meiner Meinung nach jene höl-zerne Kuh/ in welche Pasiphae sich/ wie ich obengesagt habe/ einschließen sollte/ um der Liebe desStierS zu genießen. Die eine steht mit den Füße»auf einer Erhöhung/ wodurch der Zeitpunkt ange-deutet wird/da Däd aluS sie verfertigte. DerKüAler selbst ist in der Figur vorgestellt, welche eine Miizeauf dem Kopfe hat; sein Gehülfe ist der Züngliiizmit dem Beile in der Hand. Daneben steht ei»Hirt mit einem langen Stäbe und einem Tuche m»die Lenden/ wie man an den Fechtern findet undwelches und sul>1iA.-lcuIuir>, hieß/und

dazn diente/ so wie bei unserer Figur/ die Schaamzu bedeken. Die andere Kuh zeigt dasselbe Werk

1) Iloi'at. 1.2. 82t. 3. V. 64. dovs. vet. Lckol. aä k. I. ella 2tl Vil'A. t. 1. z>. 127.

2) I?.. 7-. XIX. v. 663.

3) I. i. c. 6. 8u!c!. v.