Druckschrift 
7 (1825)
Entstehung
Seite
514
Einzelbild herunterladen
 

Denkmale.

Wollte jemand etwa diese Geschichte malen, sskönte er den Windeln eine purpurne Farbe geben,indem Jason als Kind bei Pindar derlei Win-deln hat, Eben dieses bemerkt auch Capitoli-nus, indem er von den Windeln des ClodiuS Al-binus redet, als nämlich dieser Kaiser noch in derWiege lag. 2) Homer gibt indessen dem kleinenApollo weisse Windeln.

Der Platanus auf unserm Marmor deutet viel-leicht den Wald an, wo man nach dem Verlangender Auge das Kind aussezen sollte. Der KiiiMrhat vermuthlich diesen Baum vor allen andern wegenseiner breiten Blätter gewählt, welche desto geschik»ter sind, das heimlich geborne Kind zu verberge»,so wie Diodor erzählt, daß die Weiber dcr Mieth-völkcr bei den Galliern sich ihrer Kinder ohneSchmerzen entledigten, sie in Blätter wikelten, indem Gebüsche liegen ließen und so wieder zu ihrerArbeit zurükkehrten. Auch köiite der Platannsvielleicht aus den Namen des Alens, Vaters dcrAuge, anspielen, so daß dcr Künstler dadurch denberiih,"!^.". PlatannS zu Alea in Arkadien, wo die-ser König regirte, hätte anzeigen wollen: den dieserBaum war bei den Griechen eben so bekant, alsdie Eiche zu Dodona und die Olive zu Athen, wiePausanias berichtet. 5)

In der Figur der Auge sieht man gewisserma-ßen den Zustand einer Gebärerin angedeutet, indem

1) IV. V. 204.

2) In (ÜI06. p.Zi.

Z) Lh'mn. in v. 121. !n Oc.1. v. 70.

ed ad. 1.^

4) Oiod. 8ic. tl.4 c.20. Dieses wird vonDiodor nurals ein einzelnes Beispiel erzählt.!!

6) I.. S. tc. 23