Druckschrift 
7 (1825)
Entstehung
Seite
391
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1 Th. 2 Abschtl.

LSI

Bruder Apollo ankomt/ dem sie auch zur Seitesteht. Mercnr ist als Bote der Götter gegenwär-tig/ und BnkchuS tonte nicht von dem ttrtheils-spruche wegbleiben/ welcher in der Streitsache einesSatyrs/ seines'Gefährten/ ergehen sollte/ bei dernoch andere Satyre dazwischen kommend) derenKöpfe auf dem Grunde dieses Marmors ganz flacherhoben gearbeitet sind. Den BakchuS erkentmandaran/ daß sein rechter Arm auf dem Kopfe ruht/so wie er auch in einer sehr schönen Statue in derVilla Seiner Eminenz des Herrn CardinalSAlexander Albani gestaltet ist. Durch dieseStellung sieht man zwar sonst die Ruhe des Apol-lo und Herkules ausgedrükt; allein sie bedeutetauch die Weichlichkeit des Bakchus/ wie in denAbbildungen der Hermaphroditen.

Auf der linken Seite erblikt man den Mar-syas an eine Fichte gebunden. Hierin stimt alsounser Marmor mit den meisten alte» Scribentcnüberein;2) dagegen aber Plinins behauptet/ Mar-syas sei an einem Platanus aufgehängt wor-den. Auf eben dieser Seite stehen noch drei Figu-ren mit sogenantcn phrygischen Müzen; ihre Klei-der haben enge Ärmel und die Hosen sind lang/so wie die barbarischen Nationen sich zu kleiden pfleg-ten. Sie stellen drei Scythen vor/ von welchen dereine den verurtheilten Marsyas auf den Baumhinaufzieht; der zweite scheint Apollos Befehl zuerwarten; der dritte/ der mit einem Knie auf derErde in der Mitte liegt und den Kopf nach demMarsyas hinwendet/ schärft ein Messer.

Diese Figur stellt denjenigen Scythen vor/ wel-chem Apollo befahl/ den Marsyas zu schinden.

1) donf. ^uri. Icon. 2. x 366.

2) I.i. p. »0.