Vorläufige
Kunst sich nur durch wenige Künstler erhalten hätte,ivelche mit den Anto ninen oder ohngefähr um je-ne Zeit aufhörten. Wen wir uns also auf der ei-nen Seite mit dem Verschwinden der wenigen Vor-züge des guten Jahrhunderts auch das Aufhören derKunst denken, und wen wir auf der andern Seiteohne Leidenschaft die Zeichnung des Giulio Ro-man» mit jener des RaphaelS vergleichen: so wirdes etwa begreiflich / wie die Kunst zur Zeit des Sep-timius SeveruS fo sehr in Verfall gerathen kon-te; den zwischen der Zeichnung des Ginlio Ro-mano und der seines Meisters ist vielleicht kein ge-ringerer Unterschied als zwischen den Denkmalen ausder Zeit der An ton ine und den Werken aus derZeit des SeptimiuS Severus.
K. 206. Allein der Schluß/ den wir aus dc»öffentlichen Werken auf den Zustand der Kunst ge-macht haben/ und welchen man in Hinsicht auf die-se Zeiten als allgemein betrachten müßte/ kaii docheinige Ausnahmen zulassen. So könte man z. B,zur Verfertigung des Triumphbogens von Septi-mius Severus nicht nur schlechte/ sondern dieallerschlechtesten Bildhauer gewählt haben, aus Un-wissenheit dessen, welcher die Leitung der Arbeit hat-te; wie dieses zur Zeit des Pa bsteS Eugeni u SIV,geschah. Als er die Hauvtthüre der S t. PeterSkir-che iu Rom von Erzt und mit erhobenen aus derGeschichte entlehnten Bildern wollte verfertigen las-sen, nach Art der berühmten Thüren von Loren zoGhiberti am Baptisterio zu St. Höh an in Flo-renz: ließ er, anstatt diesen Künstler zu rufen, denAntoni usFilarete/ und den Simon/ Bruderdes Bildhauers Douatv/ welche jenen« sehr weitin der Kunst nachstanden/ von Florenz kommen/ unddiese haben nach zwölfjähriger Arbeit ein Denkmalihrer Ungeschiklichkeit und Rohheit/ in Vergleich