Druckschrift 
7 (1825)
Entstehung
Seite
121
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Abhandlung ic.

gebe»/ für welche er uns' als ei» Muster geltendarf.

Z. 3-l. Da aber im Handeln die höchste Gelas-senheit nicht statt findet/ und die Kunst es nicht ver-meiden koiite/ die Gottheiten mit menschlichen Ge-fühlen und Affeeten vorzustellen: so mußte sie sichmit dem Grade von Schönheit begnügen, welchendie handelnde Gottheit zeigen koiite. Daher wurdederAuSdruk/ wie stark er auch immer war/ nichtsdesto weniger so zugewogeu, daß die Schönheit dasÜbergewicht behielt und der Cnmbel in einem Orche-ster gleichet/ die alle andern Instrumente/ von denensie übertäubt zu werden scheint/ regiret.

Dieses zeiget sich ganz offenbar in dem Gesichtder Statue des va titanischen Apollo/ welchesden Unmuth über den mit Pfeilen erlegten DrachenPython und zugleich die Verachtung diefeS Siegesausdrüken sollte. Der weise Künstler/ welcher denSchönsten der Götter bilden wollte/ sezte den Zornnur iu die Nase/ wo nach den Dichtern der Sijdesselben ist, und die Verachtung auf die Lipen:diese hat er anSgedrükt dnrch die hinaufgezogeneNnterlipe/ wodurch sich zugleich das Kin erhebt/ undjener änssert sich in den aufgeblähten Nasenläpchen.Aber sollten diese beiden Empfindungen nicht dieSchönheit stören? Keineswegs; den der Blik diesesApollo ist heiter und die Stirn ist ganz Friedeund Stille.

§. 32. Indem die alten Künstler von den Gott-heiten zu Wesen unserer Art übergingen / in welchendie Leidenschaften die Winde sind/ die das Schisleinunsers Lebens treiben/ mit welchen der Dichter segelt/

lHivt, in seinem Bilderbuch?, S.2tS, will ihn für

eine Nachbildn»,; des Eros von Praxiteles halten.)

2) I. i3. » «tt ^1«

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