Vorläufige
Ideals haben die Faune oder die jungen Satyri,bei deren Zeichnung die griechischen Künstler weni-ger auf die Schönheit des Gesichts sahen/ als aufbehende Formen und auf Schlankheit der Figur/welche sich in der Stellung durch den einen Fuß/der nicht auf der Erde ruhet und hinter den ander»gesezt ist/ zu unterscheiden pfleget/ um ihre bäuri-sche und auf den Wohlstand unachtsame Natur auS-zudrüken. Eben diese Stellung hat der rechte Fußdes sogenanten Apollo SauroktonoS/ wie esdie Statue in der Villa Borghese zeiget/ die i»diesem Werke unter Numero ^lo vorkömt/ um seineMinderjährigkeit und seinen Hirtenstand anzudeuten/wie ich gehörigen Orts entwitelt habe. Die Köpfeder jungen Faune haben nicht das schöne Profil/welches nur durch eine geringe Senkung von dergeraden Linie abweichet und die vornehmste Eigen-schaft der idealischen Köpfe auszumachen pflegt/ wieich im zweiten Theile dieses Abschnitts zeigen werde.Die Nase der Faune ist mehr eingedrillt/ jedochweniger als bei den kleinen Kindern/ und in demetwas in die Höhe gezogenen Munde zeiget sich anden Winkeln ein freudiges Lächeln. Dieses gibtihnen ein gewisses anmnthiges nnd kindliches Aus-sehen/ das man ein corregischeS nennen könte/weil den Köpfen des Corregio sowohl jenes etwasgezierte Lächeln als auch das eingebogene Profil ei-gen ist.
§. 27. HierauS/ glaube ich / könne erkläret wer-be»/ auf welche Art nach dem Plato das Wortmit Gratie begabt/ als gleichbedeu-tend mit gebraucht worden. Dieses leztereWort bedeutet eigentlich eine gesenkte und einge-drillte Nase/ und ist das Gegentheil von
,>) De rexubl. I. 5. x.474. W. d. K. L B. 2 K. 22§. Not