Vorläufige
auch die Haare erbeben sich von der Stirn auf eineverschiedene Art. !)
K. 2^. Durch die oben angeführten Kenzcichengöttlicher Genügsamkeit unterscheidet sich in dcmSturze einer Statue im Hofe von Belvedere Her-kules/ wie er rein von den Schlaken und Mängelnder Menschheit die Unsterblichkeit und den Siz un-ter den Göttern erlanget hat/ von andern Statue»/die ihn noch sterblich vorstellen/ wie er die Erde vongewaltthätigen Mensche»/ die sie bedrükten/reinigteund gegen Ungeheuer kämpfte. 2) An diesem Sturze/welcher uns den Helden sizend vorstellt/ sind/ wie-wohl er ohne Kopf/ Arme und Beine ist/ nichtsdesto weniger die Merkmale der Stellung übrig ge-blieben/ in welcher man ihn durch die Einbildungsich vorstellen muß: er hatte nämlich den rechtenArm über sein Haupt gelegt/ um ihn als ruhendnach allen seinen Arbeiten zu bilden/ welche er sichin'S Gedächtniß zurükzurufen scheinet, und für wel-che ihm die Freuden der Liebe bei der Göttin derTugend zur Belohnung geworden. Sein Körper istohne Adern und Nerven, ohne Bedürfniß menschli-cher Nahrung und ohne ferneren Gebrauch der Kräftevorgestellt. Die Muskeln sind schwellend ohne Span-nung und gleichsam beseelt von einem frischen Le-benshauche/ der sich über die ganze Oberfläche ver-breitet/ so daß vor unsern Augen ein Herkuleserscheint/ der verjüngt worden/ ohne sein Alter undfeinen körperlichen Zustand zu verändern. Die allenFiguren des Herkules gemeinsamen Eigenschaftensind ein mächtiger Hals und ein kleiner Kopf/ wel-ches Verhältniß man als ein Symbol feiner Stärkebetrachten kail/ indem ich glaube/ daß die Idee hier
1) PIiilvslrAt. jun. icon. L. 673.
2) Band, S. 226 — 233. G. d. K. 50 B. ZK. 16§.1